Richtige Freunde

Gute Freunde sind Ansprechpartner in einer Krise, teilen Sorgen und Freuden und unternehmen auch in der Freizeit etwas miteinander. Gute Freunde halten auch mal aus, wenn es dem anderen nicht gut geht, eine Freundschaft kann auch Krisen überstehen. Dies können Zeiten grösserer Distanz sein, man sieht sich weniger, verliert sich zeitweise sogar etwas aus den Augen, aber bei einem Wiedersehen kann die gleiche Vertrautheit wieder spürbar sein wie früher. Auch Krisenzeiten und Veränderungen im Leben können einer Freundschaft zusetzen, wenn die Freundin einen neuen Partner hat, so verändert das auch die Beziehung der Freundinnen, es muss aber nicht heissen, dass die Freundschaft daran zerbricht. Es braucht aber, wie bei jeder Beziehung, offene Gespräche und vielleicht auch einige Auseinandersetzungen.

In der Pubertät kann es vorkommen, dass der Freundeskreis sich verändert. Alte Beziehungen lösen sich auf, neue entstehen. Das ist normal und gehört zum Leben. Manchmal kann es sich aber auch lohnen, eine Freundschaft nicht so schnell aufzugeben. Eingehende Gespräche helfen oft, auftretende Missverständnisse aufzuklären und auch über neue Lebensumstände hinweg den Kontakt weiter zu pflegen.

Eltern und Freundschaften

Richtige Freunde werden oft sehr unterschiedlich bewertet. Die besten Freunde sind für manche Eltern nicht immer diejenigen, die sie für ihre Kinder gerne sehen. Grundsätzlich müssen nicht alle Familienmitglieder dieselben Freunde toll finden.

Am ehesten hilft eine Flucht nach vorne und miteinander darüber zu reden. Dabei können folgende Überlegungen helfen:

- Was würden die Eltern davon halten, wenn Sohn oder Tochter gar keine Freunde hätte? Wäre ihnen das lieber?

- Es bedeutet Vertrauen gegenüber den Eltern, offen zu den Freunden zu stehen. Der Umgang mit Freunden könnte ja auch verheimlicht werden.

- Mit den Eltern darüber diskutieren, dass sie nicht alle Freundinnen mögen müssen, Jugendliche mögen auch nicht alle ihre Freunde.

- Den Eltern von Dingen erzählen, die mit den Freunden unternommen werden, und von den Meinungen und Einstellungen, die sie vertreten. So können Eltern falsche Vorstellungen korrigieren und ihre Ängste abbauen.

- Eltern sollen die Freunde kennen lernen, also die Freunde mit nach Hause bringen. Aber vorher mit den Eltern besprechen, dass sie nicht dauernd kontrollieren oder vor den Freunden zurechtweisen sollen. Solche peinlichen Szenen schaden allen Seiten.

- Wenn im Freundeskreis etwas Beunruhigendes passiert - sei es z.B. im Zusammenhang mit Straftaten oder Suchtmitteln, versuchen, die Probleme den Eltern mitzuteilen. Vielleicht sind sie ja bereit, neben den eigenen Kindern deren Freunde und Freundinnen zu unterstützen.

 
© 30.07.2010 pro juventute
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