DE· FR· IT|Kontakt|Home

Arbeitsrecht

Verschiedene Gesetze legen fest, was rund um Arbeit o.k. ist und was nicht. Im Arbeitsgesetz (ArG) ist einiges rund um die Arbeit festgelegt. Die Bestimmungen zum Arbeitsvertrag befinden sich im Obligationenrecht (OR).
Spezielle Schutzbestimmungen für Jugendliche befinden sich in der Jugendarbeitsschutzverordnung (ArGV 5, www.admin.ch/ch/d/sr/c822_115.html).
Wichtige Bestimmungen befinden sich auch im Berufsbildungsgesetz (BBG) und in den Gesetzen über die Sozialversicherungen (AHV/IV, Arbeitslosenversicherung, Unfallversicherung etc.)
Hier sind nur einige wichtige Bestimmungen aufgeführt.
Informationen zur Lehre findest du unter «Berufslehre und Berufsmaturität (BMS-1)».

Arbeitsvertrag: Das Arbeitsverhältnis sollte durch einen Arbeitsvertrag geregelt sein, welcher auch mündlich abgeschlossen werden kann. Wir empfehlen aber dringend, einen schriftlichen Vertrag abzuschliessen, welcher mindestens die folgenden Angaben enthält:
- Tätigkeit (Pflichtenheft)
- Lohn
- Arbeitzeit
- allfällige Spesen (zum Beispiel Verpflegung- und Reisespesen)
Denke daran: Alle Verträge, die du vor deinem 18. Geburtstag abschliesst, sind nur mit der Unterschrift deiner Eltern gültig. Hüte dich vor Arbeiten ohne klar festgelegten Lohn und ohne geregelte Arbeitszeiten – wie zum Beispiel Hausieren, Verkauf auf Provision, Telefonmarketing ohne Grundlohn, Gelegenheitsarbeiten und so weiter. Es kann sein, dass du viel Zeit aufwendest und dafür nicht oder sehr schlecht bezahlt wirst.

Lohn: In der Schweiz gibt es keinen gesetzlichen Mindestlohn, die Arbeitgeber müssen sich aber an die Gesamtarbeitsverträge (GAV) und die Normalarbeitsverträge(NAV) halten und müssen zudem die branchen- und ortsüblichen Löhne respektieren. Diese findet man auf man auf: www.lohn-sgb.ch

Richtig versichern: Alle Arbeitnehmenden sind unabhängig ihres Alters obligatorisch durch den Arbeitgeber bei der Unfallversicherung zu versichern. Wenn sie weniger als acht Stunden beim gleichen Arbeitgeber beschäftigt sind, deckt diese Versicherung nur die Berufsunfälle. Dann ist bei der privaten Krankenkasse das Unfallrisiko ein zu schliessen. Ist das Pensum höher, sind alle Unfälle gedeckt. Bei einem Unfall eines unter 18-jährigen hat der Arbeitgeber die Eltern zu benachrichtigen (Art. 32 ArG). Für Anstellungen unter drei Monaten gibt es keine Verpflichtung, im Krankheitsfalle ein Gehalt zu zahlen. Die anderen Sozialversicherungen (AHV/IV/EO) sind erst ab 18 obligatorisch. Wenn der Arbeitgeber die Beiträge nicht zahlt, ist dies Schwarzarbeit und hat Sanktionen zur Folge.

Probezeit: Wenn du eine Stelle antrittst, gilt – wenn nicht anders vereinbart – der erste Monat als Probezeit. Während dieses Monats hast einerseits du die Gelegenheit zu prüfen, ob du mit der Arbeit, den Mitarbeiterinnen, den Vorgesetzten usw. zurecht kommst. Andererseits hat deine Arbeitgeberin die Möglichkeit, dich einzuschätzen und zu sehen, ob du den Anforderungen gewachsen bist. Sowohl du als auch dein Arbeitgeber können den Arbeitsvertrag mit sieben Tagen Kündigungsfrist auflösen.
Es kann vereinbart werden, dass die Probezeit länger dauern soll (maximal drei Monate). Wenn du während der Probezeit aufgrund einer Krankheit oder eines Unfalls nicht arbeiten kannst, wird sie um die entsprechende Zeit verlängert.

Krankheit – auch in den Ferien: Wenn du länger als drei Tage krank bist, musst du ein Arztzeugnis vorweisen. Solltest du während deinen Ferien krank sein, so gelten die Krankheitstage nicht als Ferientage. Du musst allerdings ein Arztzeugnis als Beweis vorlegen.
Wenn du aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten kannst, schuldet dir dein Arbeitgeber – sofern du mehr als drei Monate in seinem Betrieb gearbeitet hast – für eine bestimmte Zeit Lohn. Die Dauer dieser Zeit hängt von deinen Dienstjahren ab. Im ersten Jahr hast du – wenn nicht anders geregelt – drei Wochen Anrecht auf Lohn.

Ferien: Bis zu deinem 20. Geburtstag hast du das Recht auf fünf Wochen Ferien pro Jahr, nachher auf vier Wochen. Denke daran, dass bei Stundenlohn, Temporärarbeit, Hilfsarbeit oder Arbeitseinsätzen auf Abruf die Ferien ausbezahlt werden, das heisst du bekommst an Stelle von Ferien mehr Lohn. Dieser Lohnzusatz muss auf deinem Lohnblatt separat erwähnt werden.

Jugendurlaub:  Bis zu deinem 30. Geburtstag kannst du zusätzlich eine Woche unbezahlten Jugendurlaub bekommen, aber nur wenn du als Organisator oder Leiterin etwas Kulturelles, Soziales oder Sportliches mit Jugendlichen unternimmst. Informiere dich auf www.jugendurlaub.ch

Kündigung: Während der Probezeit kann der Arbeitsvertrag mit einer Frist von sieben Tagen gekündigt werden. Nach der Probezeit richtet sich die Kündigungsfrist in der Regel nach deinen Dienstjahren. Im ersten Dienstjahr beträgt sie einen Monat, vom zweiten bis zum neunten Dienstjahr zwei Monate, nachher drei.

Fristlose Kündigung: Fristlos kündigen kannst du, wenn du einen wichtigen Grund hierfür hast, zum Beispiel wenn du Opfer von Mobbing, Rassismus oder sexueller Belästigung wirst.
Eine fristlose Kündigung kannst du bekommen:
- wenn es zu einem Vertrauensbruch zwischen dir und deinem Arbeitgeber gekommen ist.
- wenn du durch grobe Fahrlässigkeit (zum Beispiel Trunkenheit am Arbeitsplatz) dich oder andere gefährdest oder schädigst.
- wenn du eine Straftat am Arbeitsplatz begehst (zum Beispiel Diebstahl).
- wenn du einen schweren beruflichen Fehler machst.

Missbräuchliche Kündigung: Auf keinen Fall darf dir aus folgenden Gründen gekündigt werden:
- wegen deiner Hautfarbe, deiner Nationalität, deines Geschlechts, deiner sexuellen Neigung und so weiter.
- weil du deine Meinung frei äusserst, es sei denn, du verletzt dadurch die Pflichten gegenüber deiner Arbeitgeberin oder ihre Ehre.
- weil du dich in einer Gewerkschaft oder in der Politik engagierst.
In diesen Fällen ist die Kündigung missbräuchlich und du hast Anspruch auf eine Entschädigung. Wende dich in einem solchen Fall an deine Gewerkschaft.

Den Inhalt dieser Seite teilen
share
Pro Juventute
Stiftung
Thurgauerstrasse 39
8050 Zürich
Tel: 044 256 77 77
Fax: 044 256 77 78