DE· FR· IT|Kontakt|Home

Ausgewählte Bestimmungen und Gesetze

Gegenseitige Rücksicht: (Art. 272 ZGB.) Eltern und Kinder sind einander allen Beistand, alle Rücksicht und Achtung schuldig, die das Wohl der Gemeinschaft erfordert.

Elterliche Sorge: (Art. 301 ZGB.) Das Gesetz beschreibt elterliche Sorge so:
Die Eltern leiten im Blick auf das Wohl des Kindes seine Pflege und Erziehung und treffen unter Vorbehalt seiner eigenen Handlungsfähigkeit die nötigen Entscheidungen.
Das Kind schuldet den Eltern Gehorsam; die Eltern gewähren dem Kind die seiner Reife entsprechende Freiheit der Lebensgestaltung und nehmen in wichtigen Angelegenheiten, soweit tunlich, auf seine Meinung Rücksicht.
Das Kind darf ohne Einwilligung der Eltern die häusliche Gemeinschaft nicht verlassen; es darf ihnen auch nicht widerrechtlich entzogen werden.

Unterhalt und Berufsausbildung: (Art. 276 und 277 ZGB.) Das Gesetz verpflichtet die Eltern, für deinen Unterhalt und für die erste Berufs-Ausbildung aufzukommen. (Unterhalt bedeutet unter anderem: Unterkunft, Ernährung, Pflege und Betreuung, Wäsche, Schulmaterial, im angemessenen Rahmen Hobbys, eventuell Velo, eventuell Taschengeld.)
Für die Berufsausbildung müssen sie auch aufkommen, wenn du älter als 18 bist, vorausgesetzt du schliesst sie in einem annehmbaren Zeitraum ab.
Gleichzeitig werden die Eltern nach und nach von der Unterhaltspflicht befreit, wenn du selber etwas verdienst. Siehe «Einkommen».

Vermögen: (Art. 318 ZGB.) Deine Eltern haben bis zu deinem 18. Geburtstag die Pflicht und das Recht, dein Vermögen zu verwalten.

Einkommen: (Art. 323 ZGB.) Dein Einkommen gehört dir, ebenso Geschenke, die du allein bekommen hast. Die Eltern haben aber das Recht, von dir einen Beitrag an die Haushaltskosten zu verlangen, wenn du zu Hause lebst.

Unterschrift – Mündigkeit: (Art. 14 und 19 ZGB.) Deine Unterschrift ist bis zum 18. Geburtstag nur zusammen mit der Unterschrift deiner Eltern gültig. Ab deinem 18. Geburtstag bist du mündig und kannst selber Verträge abschliessen – du haftest aber auch alleine dafür.

Haftung bei Schäden: (Art.19 ZGB.) Für Schäden, die du anderen zufügst, bist du selber verantwortlich. Deine Eltern haften dafür nur dann, wenn sie dich zu wenig beaufsichtigt haben. Aber: Je älter du wirst, desto weniger sind die Eltern verpflichtet, deine Handlungen auf Schritt und Tritt zu überwachen. Wenn du zusammen mit anderen einen Schaden angerichtet hast, so haften alle gemeinsam dafür. Siehe auch «Strafmündigkeit».

Strafmündigkeit: (Art. 3 JStG.) Ab dem Alter von zehn Jahren kannst du für bestimmte Straftaten bestraft werden. Man spricht dabei von Strafmündigkeit.

Strafgesetzbuch und Jugendstrafrecht: (Art. 9 StGB / Art. 1 JStG.) Taten, die verboten sind und somit bestraft werden, sind grundsätzlich im Strafgesetzbuch festgehalten. Für alle Menschen in der Schweiz sind die gleichen Taten strafbar. Die Bestrafung ist aber nicht die gleiche für Täter die mündig sind (ab dem 18. Geburtstag) und für Täter die unmündig (unter 18-jährig) sind. Für unter 18-jährige gilt für die Strafbemessung das Jugendstrafgesetz.

Den Inhalt dieser Seite teilen
share
Pro Juventute
Stiftung
Thurgauerstrasse 39
8050 Zürich
Tel: 044 256 77 77
Fax: 044 256 77 78