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Der Handel mit Sex und Menschen

Frauenhandel: Meist sind Männer, die Sex verkaufen, selbständig und arbeiten auf eigene Rechnung. Nicht so die Frauen. Viele Prostituierte gehören zu einer Organisation, die Frauen für sich arbeiten lässt (und sie nicht selten geradezu ausbeutet). Häufig handelt es sich um eine einzelne Person (in der Regel einen Mann), die eine (bzw. mehrere Frauen) dazu zwingt, sich zu prostituieren. Solche Männer nennt man Zuhälter. Sie nehmen den Prostituierten den grössten Teil des verdienten Geldes gleich wieder ab. Während sie davon in Saus und Braus leben, bleibt den Frauen oft kaum genug zum Leben. Nicht selten werden sie zudem von den Zuhältern geschlagen und missbraucht. Vielfach handelt es sich bei Frauen, die sich prostituieren (bzw. zur Prostitution gezwungen werden), um Ausländerinnen, die sich illegal in einem Land aufhalten. Oft werden sie von einem Zuhälterring (einer Organisation, die mit Frauen handelt) wie eine Ware von hier nach da geschoben. In diesem Zusammenhang kann eindeutig von Menschenhandel gesprochen werden.
Wenn Du einen Verdacht auf Menschenhandel, Zwang oder Ausbeutung hast, handle nicht überstürzt und nicht im Alleingang. Gib der Frau wenn möglich Adresse und Telefonnummer der Beratungsstelle FIZ Makasi und ermutige sie, dort anzurufen. Oder nimm direkt mit der Beratungsstelle Kontakt auf: FIZ Makasi, Tel. 044 240 44 22 www.fiz-info.ch

Prostitution aus Not: Es gibt Frauen (kaum Männer), die versuchen, durch Prostitution sich bzw. ihre Familie finanziell über Wasser zu halten. Zum Beispiel um sich so ihr Studium zu finanzieren, oder weil sie sonst sich und ihre Kinder nicht durchbringen können, oder weil sie oder/und ihr Partner arbeitslos sind oder sonst nicht genug verdienen. Gerade in Städten sind es zudem oft drogensüchtige Männer und Frauen, die sich prostituieren.

Prostitution als legale Erwerbsarbeit: Es gibt Frauen und Männer, die Prostitution als privaten Haupt- oder Nebenerwerb betreiben. Sie arbeiten also als Prostituierte/Prostituierter um sich damit ihren Lebensunterhalt zu verdienen, so wie andere dasselbe im Büro oder in einer Fabrik tun. Das Bild von der edel gestylten jungen Frau, die durch Prostitution reich geworden ist, ein tolles Auto fährt, ihre Zeit auf Partys verbringt und sich ihre Kunden aussuchen kann, stimmt aber nicht. Zwar gibt es solche „Edelnutten“ tatsächlich, jedoch sind sie in der abloluten Minderzahl, verglichen mit den eben beschriebenen Formen von Prostitution.
Weitere, zum Teil detailliertere Informationen zum Thema Prostitution findest du unter www.de.wikipedia.org/wiki/Prostitution. Fakten zur Prostitution in der Schweiz findest du unter www.don-juan.ch/d/facts

Wo findet der Handel mit Sex statt? Käuflicher Sex wird z.B. in Swingerclubs, Massagesalons und Bordellen angeboten. Diese werden umgangssprachlich auch Freudenhäuser oder Puffs genannt. Sex kann aber auch privat, auf der Strasse, auf Plätzen, in öffentlichen Toiletten, Stripteasebars und Nightclubs gekauft werden. Und zunehmend wird Sex übers Telefon (Festnetz und Handy) und im Internet in verschiedensten Formen gehandelt: vom sogenannten Telefonsex (Sexgespräche am Telefon, wobei sich der Kunde bzw. die Kundin selbst befriedigt) über käufliche Bilder und Filme bis hin zu Adressen von Prostituierten oder Privatpersonen, die Sex ohne finanzielle Interessen suchen, ist alles erhältlich. Im Internet blüht der Handel mit käuflichem und kostenlosem Sex z.B. in Chaträumen (meist in Kombination mit Webcams, Filmen und Bildern), aber auch auf kostenpflichtigen Internetseiten.

Sextourismus: Eine besonders perfide Form von Prostitution ist der sogenannte Sextourismus. Dabei reisen Menschen (auch hier sind es meist Männer) in ein Land oder eine Stadt und konsumieren dort Sex nach Lust und Laune und ohne moralische Skrupel. Nach aussen sieht alles nach einer gewöhnlichen Ferienreise aus, aber hinter der harmlosen Fassade geschehen oft schreckliche Dinge. So werden beispielsweise Frauen und Kinder zum Sex gezwungen.
Wer im Ausland verdächtige Beobachtungen macht, die im Zusammenhang mit Kindersextourismus stehen könnten, kann dies in der Schweiz den Strafverfolgungsbehörden melden. Das Bundesamt für Polizei (fedpol) stellt dafür im Internet ein elektronisches Meldeformular zur Verfügung (unter www.fedpol.admin.ch > Themen > Kriminalität > Kindersextourismus > Meldeformular).

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