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Die erste Menstruation

Mögliche Vorbereitung: Die erste Menstruation ist für Mädchen (und oft auch für deren Eltern) ein besonderes Ereignis in der Pubertät. Wahrscheinlich die meisten Mädchen erwarten ihre Menstruation mit einer Mischung aus Ungeduld, Unsicherheit und Vorfreude. Eine angemessene Vorbereitung kann den Umgang mit der ersten Menstruation erleichtern. Die erste Blutung ist aber selbst für vorbereitete Mädchen eine neue und ungewohnte Situation. Es kann daher hilfreich sein, wenn sich die Eltern (und insbesondere die Mutter, die ja dies alles auch erlebt hat) einfühlsam verhalten. Auch wenn frau sich einer Freundin anvertrauen kann, kann dies unterstützend sein. In manchen Familien wird die erste Menstruation mit einem kleinen Ritual begangen. Einem festlichen Essen zum Beispiel. Oder indem die junge Frau mit einem Geschenk besonders gewürdigt und ihr damit gezeigt wird, dass das Einsetzen der Geschlechtsreife bewusst wahrgenommen wird und alle sich darüber freuen. Solche Rituale können aber auch irritieren. Wenn all zu viel Wirbel darum gemacht wird oder wenn von der ersten Menstruation ohne Einwilligung der Betroffenen im gesamten Freundes- und Bekanntenkreis herumerzählt wird, sind die meisten Mädchen eher verärgert oder fühlen sich beschämt.

Persönliche Einstellung zur Menstruation: Welche Einstellungen Mädchen auf die Dauer zu ihrer Menstruation entwickeln, hängt auch von einer sensiblen Aufklärung im Vorfeld ab. Eine zentrale Rolle spielt insbesondere, welche Werthaltungen über die monatliche Blutung dem Mädchen durch Familie und Umfeld vermittelt werden. Stehen für die Mutter bei der Menstruation eher die Schmerzen oder eine als lästig empfunden Monatshygiene im Vordergrund, so wird es dem Mädchen schwerer fallen, die Menstruation als etwas Positives zu sehen. Wenn die Mutter der Tochter jedoch vermitteln kann, dass die Menstruation ein Zeichen von Weiblichkeit und Fruchtbarkeit ist, wird vermutlich auch die Tochter gut damit klar kommen. Auch die Reaktionen des Vaters können einen Einfluss darauf haben. Wenn dem Mädchen Verständnis, z.B. für Menstruationsbeschwerden oder ein Stimmungstief vor der Periode entgegengebracht wird, hat dies wahrscheinlich eine positive Auswirkung auf den Umgang mit der Menstruation. Wogegen Kommentare wie: „Kriegst du deine Tage, dass du so gereizt bist?“ eher vermitteln, dass Frauen vor der Menstruation genervt und nicht besonders liebenswert sind. In der Werbung für Tampons und Binden erscheint die Menstruation in erster Linie als Hygieneproblem, das möglichst diskret beseitigt werden sollte. Auch angesichts solcher Werbebotschaften, fällt es manchen Mädchen schwer, die Menstruation positiv zu bewerten.

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