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Eltern-Kind-Beziehung gestalten – Liebesbeziehung beenden

Was, wenn die Liebesbeziehung endet? Wenn Eltern ihre Liebesbeziehung auflösen möchten, ist es für eine Weile besonders schwierig, die Elternbeziehung gut zu gestalten.

Besonders hilfreich: Es gibt Dinge, die in dieser Situation besonders hilfreich sind:
- Beide stehen zu dir: Der Konflikt der Eltern ist ihr Ding. Hilfreich ist, wenn sie dir weniger erklären, warum was wie ist, sondern dir sagen, dass sie dich beide lieben, zu dir stehen, dich nicht alleine lassen und weiterhin beide für dich sorgen, auch wenn ihr als Familie jetzt zwei Wohnorte haben werdet. Geborgenheit, Zuwendung und Unterstützung für dich sind in dieser Zeit immer noch genauso wichtig.
Zu dir stehen heisst je nachdem auch: Sich nicht alles gefallen lassen, sondern sagen, was sie von dir erwarten. Dir zeigen, dass sie dir vertrauen. Dich bestimmte Dinge selber entscheiden lassen. Dir zeigen, dass sie dich trotz Auseinandersetzungen mögen.
- Beide verbringen Zeit mit dir: Wenn zwei Wohnorte nicht Trennung, sondern einfach zwei Wohnorte heisst, ist das vielleicht sogar ganz interessant. Du kannst wie vorher mit beiden Eltern Zeit verbringen. Vielleicht sogar entspanntere, fröhlichere Zeit. Macht ab, wie ihr das organisiert und stellt sicher, dass es dir an beiden Orten wohl ist (Zimmereinrichtung, Abmachen mit Freunden, Besuche und ähnliches).
- Keine negativen Äusserungen über den anderen Elternteil: Gewöhnt euch an, einander deutlich zu zeigen, dass ihr euch grundsätzlich wichtig seid. Nähe zum einen Elternteil heisst nicht Distanz zum anderen. Wenn sich deine Eltern negativ übereinander äussern, so darfst du ihnen auch sagen, dass du das nicht hören willst und dass sie es untereinander ausmachen sollen.
- Auseinandersetzungen haben auch andere Gründe: Auch als Kind getrennt lebender Eltern wirst du in der Pubertät vielleicht zusätzliche Auseinandersetzungen mit deinen Eltern haben. Vielleicht eher mit dem Vater, oder eher mit der Mutter. Vielleicht siehst du sie als einzelne Personen und als Paar auch kritischer an.
Versuche, nicht alle Auseinandersetzungen von vornherein auf die Lebensform abzuschieben, sondern prüfe, ob es wirklich damit zu tun hat. Denn in der Pubertät tauchen auch bei Kindern zusammenlebender Eltern Zweifel auf: An sich selbst, an den Eltern, an Lehrern und Lehrerinnen, manchmal an der ganzen Welt. Es kann sich anfühlen, als würdest du dich und die andern nicht mehr richtig kennen und wärst schutzlos der Welt ausgeliefert.
Es ist hilfreich, wenn dein Vater und/oder deine Mutter auch in dieser Zeit zu dir stehen. Das kann bedeuten: Sich nicht alles gefallen lassen, sondern sagen, was sie von dir erwarten, dir aber auch zeigen, dass sie dir vertrauen, dass du Dinge selber entscheiden kannst und sie dich trotz Auseinandersetzungen mögen.
- Verlässliche Menschen: Bezugspersonen und Eltern sind dann eine Unterstützung für dich, wenn sie verlässlich sind. Das heisst, wenn du sie dann, wenn du sie brauchst, erreichen kannst. Wenn sie sich dann auch Zeit nehmen für dich und in angemessener Weise auf dein Anliegen eingehen. Wenn Eltern durch eigene Sorgen sehr gestresst sind, können sie das manchmal nicht mehr. Dann ist es wichtig für dich, dass du oft mit guten Freunden und anderen nahen Menschen sein kannst. Vielleicht kannst du öfters bei den Grosseltern, einer Tante, bei Gotte oder Götti oder bei einer Freundin sein, bei der es dir wohl ist.
- Professionelle Hilfe bei Trennung: Siehe «Hilfe holen oder nicht?»

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