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Ernährung

Appetit

Der Appetit ist etwas sehr Praktisches. Er zeigt den Lebewesen, was sie fressen sollen und was nicht. Kein Fuchs fragt zuerst die Ernährungsberaterin, liest eine Kalorientabelle oder eine Frauenzeitschrift, weil er nicht weiss, ob er Nachbars Hühner fangen, etwas Aas vom Strassenrand fressen oder ein paar frische Mäuse jagen soll. Er kümmert sich auch nicht darum, ob das, was er frisst, seiner Gesundheit oder Figur schaden könnte. Der Appetit muss seit Millionen von Jahren erkennen, was gut ist für ein Lebewesen, und zwar ohne dass der Verstand ihm dabei hilft.

Der Appetit wird von dreierlei beeinflusst:

(A) Nährstoffe. Der Körper braucht Eiweisse, Fette, Kohlenhydrate und andere Stoffe. Er entwickelt Lust auf Nahrungsmittel, die solche Stoffe enthalten.

(B) Anti-Nährstoffe. Verschieden Pflanzen stellen Gifte her, um sich vor Fressfeinden zu schützen. Diese Gifte können stark sein wie bei der Tollkirsche, aber auch schwach wie bei verschiedenen Getreiden und Gemüsen. Die schwachen Gifte lösen höchstens Blähungen oder andere Unpässlichkeiten aus. Aber sie erklären, warum wir nicht gern allzu "gesund" essen.

(C) Genussmittel. Das sind Stoffe, die unsere Stimmung beeinflussen, die eine gute Laune machen. Dazu gehören z.B. Zucker, Kaffee, Schokolade, Wein, Gewürze, aber auch Quark und frisches Weissbrot. Einige von ihnen wirken auf unseren Körper ähnlich wie das Licht. Sie können deshalb den Lichtmangel in unseren Breitengraden ausgleichen. Die Menschheit stammt nämlich aus den Tropen und ist auf mehr Licht eingestellt. Deshalb zieht es die Nordeuropäer in grossen Scharen in den Süden und nicht umgekehrt - und ebenfalls deshalb nimmt der Konsum von Genussmitteln im Winter, wo die Tage kürzer sind und wir weniger Licht haben, zu. An Weihnachten erreicht er den Höhepunkt und wir futtern Riesenmengen an Weihnachtsgebäck, Schokolade usw.

Ausgewogene Kost

Die meisten Leute, die mehr als vier Diäten ausprobiert haben, berichten über Schwierigkeiten mit dem Essverhalten. Versuche deshalb, regelmässig und vernünftig zu essen. Verlass dich auf deinen Appetit. Er weiss schon, was gut für dich ist. Einzig die Genussmittel bringen ihn manchmal etwas durcheinander. Aber: Alles Fanatische ist problematisch. Strikte Diäten, Trennkost, Saftkuren usw. sind der Natur deines Körpers nicht angepasst und haben manchmal sogar den gegenteiligen Effekt, weil der Körper versucht, Reserven anzulegen.

Wenn du versuchst, den Körper mit der Vernunft zu besiegen - und oft gibt am Schluss doch der Klügere nach, d.h. der Körper gewinnt - fühlst du dich als Versager und spürst vor lauter Nachdenken gar nicht mehr, was dein Körper wirklich brauchen würde. Natürlich ist es nicht besonders gesund, täglich vier Tafeln Schokolade zu essen oder sich vor allem von Schleckzeug, Chips und Hamburgern zu ernähren. Aber es ist auch nicht gesund, sich bei jedem Bissen zu grämen.

Die Grundregeln einer schlank machenden und schlank erhaltenden Ernährung sind einfach und leicht zu merken:

(A) wenig Fett

(B) viel komplexe Kohlenhydrate (Stärke) wie Brot, Kartoffeln, Teigwaren, Reis usw. - aber wenig Zucker.

(C) wenig Salz

(D) viel trinken, aber nicht Süssgetränke wie Cola, Fanta, Sprite usw.

(E) wenig Alkohol (noch besser: gar keinen)

(F) viel Obst und Gemüse

(G) mehr Fisch und weniger Fleisch

Wenn du dich ungefähr daran hältst, kannst du nach Herzenslust essen, was dir gefällt. Zusätzliche Vitamine in Form von Präparaten sind nicht nötig. Nach einer Krankheit oder einem Unfall können sie aber helfen, dass du schneller wieder auf die Beine kommst. Regelmässige körperliche Bewegung ist ebenfalls wichtig, um dich gesund und fit zu erhalten.

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