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Ferienjob

Erholung und Geld verdienen: Ferien sind da, um sich zu erholen. Solche Pausen sind wichtig, damit man sich danach wieder auf die Arbeit oder Schule konzentrieren kann und leistungsfähig bleibt. Dennoch gibt es Leute, die diese Zeit nutzen, um Geld zu verdienen, damit sie sich beispielsweise ihr Studium oder ihren täglichen Unterhalt finanzieren können oder um sich ein Sackgeld dazu zu verdienen. Wer bereits einen Job hat, darf aber während seinen Ferien nicht zusätzlich arbeiten (Art. 329d Abs. 3 OR).

Welche Arbeit ist erlaubt: Das Gesetz setzt folgendes fest: Zwischen dem 13. und 15. Lebensjahr darfst du nur für leichte Arbeiten wie Babysitten, Botengänge machen, Einkaufen für Betagte, Zeitungen verteilen eingesetzt werden. Eine Ausnahme bildet ab dem 14. Altersjahr der Landdienst. Ab deinem 15. Geburtstag darfst du als Schüler oder Schülerin in den Ferien höchstens acht Stunden pro Tag, 40 Stunden in der Woche und nicht mehr als die Hälfte der Ferienzeit arbeiten. Gewisse Arbeiten bleiben bis 18 verboten, zum Beispiel Service in Bars und Discos, andere bis 19, zum Beispiel Arbeit während der Nacht und an Sonntagen und sehr gefährliche Arbeiten. Siehe «Erwerbs- und Freiwilligenarbeit» > «Arbeitsrecht».

Unfallrisiko: In Ferienjobs tun viele Jugendliche die ersten Schritte in die Arbeitswelt. Auch in dieser lauern Gefahren, die nicht auf den ersten Blick erkennbar sind. Das Berufsunfallsrisiko junger Jobberinnen und Jobber ist sehr hoch, vor allem in den ersten Tagen der Anstellung. Deshalb: Sicherheitsvorschriften immer genau beachten. Die entsprechenden Unterrichtungen des Arbeitgebers sind sorgsam zu beachten, auch wenn sie einem übertrieben vorkommen sollten. Wenn der Arbeitgeber keine Einführung geben will, man selbst jedoch eine solche nötig findet, dann ist das Arbeitsinspektorat oder die Gewerkschaft zu benachrichtigen. Auf alle Fälle sind gefährliche Arbeiten bis zum Alter von 18 Jahren verboten.

Richtig versichern: Während eines kleinen Ferienjobs die Sozialversicherungen zu vernachlässigen, kann sich rächen. Alle Arbeitnehmenden sind unabhängig ihres Alters obligatorisch durch den Arbeitgeber bei der Unfallversicherung zu versichern. Wenn sie weniger als acht Stunden beim gleichen Arbeitgeber beschäftigt sind, deckt diese Versicherung nur die Berufsunfälle. Ist das Pensum höher, sind alle Unfälle gedeckt. Bei einem Unfall hat der Arbeitgeber die Eltern zu benachrichtigen (Art. 32 ArG). Für Anstellungen unter drei Monaten gibt es keine Verpflichtung, im Krankheitsfalle ein Gehalt zu zahlen. Die anderen Sozialversicherungen (AHV/IV/EO) sind erst ab 18 obligatorisch. Wenn der Arbeitgeber die Beiträge nicht zahlt, ist dies Schwarzarbeit und hat Sanktionen zur Folge.

Lohn- und Feriengeldanspruch: In der Schweiz gibt es keinen gesetzlichen Mindestlohn, die Arbeitgeber müssen sich aber an die Gesamtarbeitsverträge (GAV) und die Normalarbeitsverträge (NAV) halten und müssen zudem die branchen- und ortsüblichen Löhne respektieren. Diese findet man auf man auf: www.lohn-sgb.ch.
Gibt es keinen per GAV oder NAV vorgeschriebenen Mindestlohn, dann empfiehlt der SGB einen Bruttolohn von 15 Franken pro Stunde für Jugendliche, die ihre obligatorische Ausbildung noch nicht beendet haben und von 20 Franken pro Stunde für alle anderen nicht speziell qualifizierten Ferienjobberinnen. Jede Arbeit verdient einen fairen Lohn. Der Ferienlohn sollte nicht tiefer sein als der eines «normalen» Arbeitnehmenden. Zudem darf der Ferienanspruch nicht vergessen werden. Wenn man – wie gewöhnlich bei kleinen Ferienjobs – im Stundenlohn beschäftigt ist, hat man Anrecht auf einen Lohnzuschlag von 10,64 Prozent (entspricht fünf Wochen Ferien, auf welche Jugendliche unter 20 Jahren gesetzlichen Anspruch haben), was jeweils zahlreiche Arbeitgeber vergessen. Auf der Lohnabrechnung ist dieser Zuschlag klar auszuweisen.

Ferienjob finden: Um einen Ferienjob zu finden, kannst du dich an Freunde, Bekannte und Verwandte wenden. Je mehr Leute wissen, dass du etwas zum Arbeiten suchst, umso mehr Tipps bekommst du, wo du noch nachfragen könntest. Ferienjobs sind nicht immer ausgeschrieben. Vielleicht kannst du auch in deiner Bekanntschaft deine Dienste anbieten. Wie zum Beispiel im Garten jäten, Hunde ausführen, für betagte oder behinderte Personen Einkäufe erledigen, Babysitten und noch vieles mehr. Bestimmt hast du selbst noch andere Ideen, wo deine Fähigkeiten liegen und was du gerne tun würdest. Auch öffentliche Arbeitgeber wie Altersheime, Kirchen, Gemeinden bieten manchmal tolle Ferienjobs an. Erkundige dich auch beim Schulhausabwart, ob es in den Ferien Möglichkeiten gibt, Geld zu verdienen. Ausserdem brauchen auch Zeitungsverträger eine Ablösung während ihrer Ferien.

Weitere Informationen:
- Ferienjob-Portal: Ein Inserate-Portal für Ferienjobsuche und -angebote, betrieben von einer privaten Firma, welche die Seite mit Werbeeinnahmen finanziert. Bitte beachte, dass auch missbräuchliche Inserate möglich sind. Besprich dich, bevor du dich irgendwo meldest, mit deinen Eltern. www.ferienjob.ch
- Professionelles Babysitting: Das Rote Kreuz bietet für Jugendliche ab 13 einen Kurs für Babysitten an. www.redcross.ch/activities/edu/rc-edu/index-de.php?q=&tid=10
- Freiwilligenarbeit: Zwar wird hier kein Geld verdient, aber je nachdem erschliesst man sich super Möglichkeiten. Plattform zur Förderung, Anerkennung und Vernetzung der freiwilligen und ehrenamtlichen Arbeit in der Schweiz. www.forum-freiwilligenarbeit.ch
- Wenn Freiwilligenarbeit geleistet wird, sollte man sich diese ausweisen lassen: www.sozialzeitausweis.ch – Das Nachweisinstrument, um Freiwilligenarbeit sichtbar zu machen und ihr die Anerkennung zukommen zu lassen, die sie verdient.

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