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Hunger und Not in der Welt

Frage: manchmal bin ich so unglücklich wenn ich sehe was alles auf der welt passiert. überall sterben menschen und verhungern. ich fühle mich dann immer ganz schlecht, weil es uns so gut geht. jeden tag wache ich auf und frage mich, ob ich mein leben überhaupt geniessen darf, wo es anderen doch so schlecht geht. meine freunde verstehen mein problem nicht. also kann ich nicht mit ihnen reden. vielleicht könnt ihr mir sagen, ob ihr im team auch manchmal solche gedanken habt und wie ihr damit umgeht.

Antwort: Ich kann gut verstehen, dass es dir beim Blick in die Welt manchmal nicht so gut geht. Es gibt diese Seite der Welt und es gibt nicht wenige Menschen, die solche Gedanken haben. Sie alle müssen einen Weg finden, damit zurecht zu kommen. Es gibt dabei aber nicht einen einzigen Weg, der für alle gilt. Der eine macht sich auf, in der Entwicklungshilfe einen Beitrag zu leisten, eine andere bereitet sich vor, in der Politik aktiv zu werden, eine gründet eine Firma die faire Arbeitsbedingungen bietet oder jemand wird ein Geistlicher und kümmert sich auf diese Art um die Nöte der Menschen. Kein Weg ist besser oder schlechter als der andere und jeder trägt ein bisschen zu einer besseren Welt bei. Aber solange du nicht durch Verschwendung, grosse Nachlässigkeit oder Böswilligkeit Schaden anrichtest, solange musst du sicher kein schlechtes Gewissen haben, dass du in der Schweiz geboren bist und keinen Hunger haben musst.

Der Gedanke kann dir helfen, dass es keinem einzigen Menschen nützen kann, wenn wir uns bestrafen dafür, dass wir hier leben und keinen materiellen Mangel leiden. Aber du kannst an deinem kleinen Platz in der Welt schauen, dass du sowohl Freud wie Leid empfindest und siehst. Du kannst deine Augen offen halten und mit deinen (beschränkten) Möglichkeiten so handeln, wie es deiner Einsicht nach notwendig ist. Und daneben ist es wahrscheinlich auch eine Aufgabe, nicht zu verzweifeln, wenn man Leid sieht und wenn man begreifen und akzeptieren muss, dass die eigenen Kräfte nicht ausreichen, um daran schnell etwas zu ändern. Auch wenn du mit deinen Anliegen nicht überall auf Verständnis stösst, kann es hilfreich sein, sie zu äussern und zu hören, was die andern dazu zu sagen haben. Oft lernt man von Menschen, die anders denken etwas. Ich wünsche dir, dass du deinen offenen, mitfühlenden Blick in die Welt behalten kannst und gleichzeitig auch siehst, was gut ist und dich daran freust. Denn das gibt dir die Kraft, an zu packen für eine bessere Welt.

Dein 147.

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