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Hymen – Jungfernhäutchen

Der Begriff «Hymen» stammt aus der griechischen Götterwelt, in der Hymenaios der Gott der Hochzeit war. Der/das Hymen wird oft auch als Jungfernhäutchen bezeichnet, obwohl Jungfräulichkeit genauso wenig belegbar ist wie Jungmännlichkeit. Der Hymen ist eine äusserst dehnbare Schleimhautfalte und bildet den Rand der Scheidenöffnung. Er wird kurz vor der Geburt gebildet und bleibt als Reste des Hymens an den Seiten der Vaginalöffnung auch im Erwachsenenalter und nach sexueller Aktivität teilweise erhalten. Form und Grösse des Hymens variieren individuell stark.
So kann der Hymen einen Ring um die Vaginalöffnung bilden, er kann in einem oder mehreren Gewebebändern über die Vaginalöffnung liegen oder kann mehrere Löcher aufweisen. In seltensten Fällen ist die Vaginalöffnung völlig vom Hymen verschlossen. In diesem Falle ist eine chirurgische Öffnung notwendig, weil sonst das Menstruationsblut nicht abfliessen kann. Für dich als Frau ist es möglich, mit Hilfe eines kleinen Spiegels deine Scheidenöffnung und die Beschaffenheit des Hymens zu betrachten.

Defloration – erster Geschlechtsverkehr: Viele Menschen haben die Vorstellung, dass der Hymen beim ersten Geschlechtsverkehr – der Defloration – einreisse und dass dies blute. Der Hymen ist sehr dehnbar und weist Öffnungen auf. Durch diese kann das Menstruationsblut abfliessen, es kann ein Tampon eingeführt werden oder bei der Selbstbefriedigung ein Finger – und dies alles, ohne dass das Hymen einreissen muss. Auch beim ersten Geschlechtsverkehr reisst der Hymen nicht zwingend. Viele Frauen (30 bis 50 Prozent) haben beim ersten Geschlechtsverkehr darum auch keine Blutung, sondern der Hymen wird lediglich gedehnt. Jungfräulichkeit hängt also nicht von der Beschaffenheit des Hymens ab und kann daran auch nicht abgelesen werden Wenn der Hymen reisst, kann dies einen kurzen Schmerz, vergleichbar einem Nadelstich, verursachen, der sehr schnell abklingt.
Längere Schmerzen beim (ersten) Geschlechtsverkehr haben nichts mit dem Hymen zu tun. Ihre Ursache liegt eher darin, dass die Scheidenmuskulatur noch zu wenig entspannt und geweitet ist, um den Penis aufzunehmen. (Siehe dazu: www.lilli.ch.)

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