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Ich bin überfordert

Frage: Es ist jetzt 00:14 Uhr und ich kann wieder mal nicht schlafen. Seit ca 2 Jahren leide ich an Nervosität und Schlafstörungen. Ausserdem denke ich seit ein paar Monaten darüber nach, mir das Leben zu nehmen oder einfach abzuhauen. Ich bin mit dem Leben völlig überfordert ( das trifft alle meine Probleme mit einem Satz). Ich hab einfach keine Kraft mehr. Wo bekomme ich Hilfe oder wie soll ich mich verhalten? Was kann ich gegen diese schrecklich langen traurigen Nächte tun und wie kann ich wieder wie früher werden? Ich war eine aufgestellte lustige Person, heute ist das alles nur noch Show. In mir drin ist’s dunkel und leer.

Antwort: Im Moment ist heller Tag und du bist wahrscheinlich unterwegs und spürst hoffentlich nicht viel von der Stimmung, die dich in der Nacht heimsucht. Aber trotzdem ist es wichtig, dass du sie ernst nimmst und dir Hilfe holst. Du hast einen ersten Schritt getan und an uns geschrieben. Sich aus der Isolation heraus zu öffnen und sich jemandem mitzuteilen, ist schon ein wichtiger erster Schritt in diese Richtung. Ein zweiter ist, zu erfahren, dass du mit Hilfe von anderen Menschen, seien es Vertraute oder professionelle BeraterInnen, deine Situation anschauen kannst und Ansatzpunkte für eine Veränderung findest. Du hast dabei verschiedene Möglichkeiten, du kannst dich an eine Jugendberatung in deiner Nähe wenden. Du kannst dich aber auch an einen Hausarzt wenden, und dir neben Rat und Hilfe wegen deinen körperlichen Symptomen eine Psychotherapie verordnen lassen. Einen geeigneten Therapieplatz kannst du dann zum Beispiel über die Therapieplatzvermittlung des Dachverbandes SPV (www.psychotherapie.ch) finden. Der lustige Teil in dir ist immer noch vorhanden, auch wenn du dich mit möglicherweise grossen Problemen auseinander setzen musst und du dabei ernst und bedrückt reagierst. Denk daran, dass viele Menschen solche Phasen durchlaufen und trotz Dunkelheit und Leere auch wieder aufgestellte und lustige Zeiten kommen. Manchmal spielen da auch die Hormone eine wesentliche Rolle. Gib also nicht auf sondern kämpf dich durch und sprich mit andern.

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