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Jungenkörper – die Veränderungen

Bis zum Alter von ungefähr 18 Jahren vollziehen sich bei Jungs in etwa folgende Veränderungen:

- Stimmung: Die hormonellen Veränderungen können, noch bevor sich dein Körper äusserlich stark verändert, für dich spürbar sein. Allerdings weniger körperlich als vielmehr in deiner Stimmung. Es kann sein, dass du kaum noch weisst, was du gerne tust, oder dass du dich plötzlich mal einsam und traurig fühlst, dann wieder vor Übermut kaum still sitzen kannst. Es kann auch sein, dass du dich mal als grossartiger Held fühlst, dann wieder als Taugenichts dem sowieso nichts gelingt. Versuche zunehmend, deine starke und deine schwache, deine harte und deine weiche Seite zu spüren. Beides gehört zu dir als Junge und Mann und du wirst mit der Zeit eine für dich gute Balance finden.

- Wachstum von Hoden und Penis: Der Hodensack wird meist etwas rötlich und verfärbt sich später etwas dunkler. Er wird grösser und schrumpliger und kann sich weiten oder zusammenziehen. Manchmal zeigen sich weisse Punkte, das sind Talgdrüsen und es ist normal. Zur Penisgrösse: Von der Grösse des Penis in schlaffem Zustand ist nicht auf die Grösse im steifen Zustand zu schliessen. Die Penisgrösse ist erblich vorbestimmt und kann nicht verändert werden. Das ist auch gar nicht nötig, denn die Grösse spielt für die Lust von Frau und Mann keine entscheidende Rolle. (Siehe dazu auch «Sexualität».) Die Penisgrösse im steifen Zustand bewegt sich bei ausgewachsenen Männern ab etwa 19 Jahren zwischen circa 10 und 19 Zentimeter, der Durchmesser an der Basis des Penis etwa 3 bis 5 Zentimeter.

- Vorhaut: Du solltest die Vorhaut, wenn der Penis steif ist, ohne Schmerzen hinter die Eichel zurückziehen können. Wenn das nicht geht, hast du möglicherweise eine Vorhautverengung. Das ist nicht schlimm, muss aber ärztlich behandelt werden, entweder mit einer Salbe oder einer Vorhautbeschneidung. Diese hat keinen Einfluss auf Lust und Sexualität. Melde dich in diesem Fall beim Hausarzt an und sage es deinen Eltern. Wenn das nicht geht, so ruf uns an oder schreibe ein SMS (Nummer 147).

- Wachstum von Scham-, Achsel-, Barthaaren: Die Scham- und Achselbehaarung trägt dazu bei, den Geschlechtsduft zu verbreiten. Siehe «Körpergeruch».

- Körpergeruch: Der Geruch des Körpers verändert sich durch die Geschlechtshormone. Dein Körperduft ist persönlich und enthält auch sexuelle Boten- und Lockstoffe. Wenn du deinen Körpergeruch gänzlich zuparfümierst, verlierst du auch etwas von deiner Anziehung, die unbewusst auf andere wirkt. Wenn du dich wochenlang nicht wäschst, wird der Duft durch Bakterien zersetzt und riecht dann nicht mehr anziehend. Siehe dazu «Körperhygiene».

- Samenerguss: Im Zeitraum des Wachstums erster Barthaare findet oft auch ein erster Samenerguss statt. Dies kann unbemerkt nachts geschehen. Das Sperma setzt sich aus verschiedenen Sekreten zusammen und kann in Farbe, Menge und Konsistenz immer wieder anders sein. Du bist jetzt geschlechtsreif und kannst ein Kind zeugen, wenn du mit einer Frau schläfst (siehe «Sexualität»). Vorerst kannst du aber vor allem die Gefühle kennenlernen, die mit den Veränderungen in deinem Körper einhergehen. Je besser du dich und deinen Körper kennst, desto eher wirst du später auch den Körper einer Partnerin oder eines Partners kennenlernen können. Achte dich also auf deinen ganzen Körper, die Haare, das Gesicht, den Atem, Arme, Beine, Po, After und Genitalien. Auch wenn du dich selber befriedigst, so beziehe deinen ganzen Körper mit ein. (Siehe auch «Selbstbefriedigung» und «Erektionen».) Brustdrüsen: Bei ungefähr der Hälfte der Jungen erfolgt ein zeitweiliges Wachstum der Brustdrüsen. Diese können besonders bei Druck oder Schlägen auch schmerzen. Diese Schwellungen sind vorübergehend und du brauchst keine Angst zu haben, dass dir Brüste wachsen.

- Herz-Kreislaufsystem: Es kann vorkommen, dass das Herz-Kreislaufsytem mit der Entwicklung nicht ganz Schritt hält und du vielleicht viel schneller ausser Atem gerätst als du es gewohnt bist. Trotzdem solltest du dich viel bewegen, denn die Organe benötigen für ein gesundes Wachstum, dass sie beansprucht werden.

- Extremitäten: Arme, Hände, Beine und Füsse wachsen oft schneller als der Rest des Körpers. Es kann zu wachstumsbedingten Gliederschmerzen kommen und vielleicht stösst du öfters wo an, stolperst oder lässt was fallen. Das kann damit zu tun haben, dass du deinen Körper in seinen neuen Proportionen noch etwas kennenlernen musst.

- Erektionen: Verursacht durch das Hormon Testosteron hast du vielleicht häufiger Erektionen (steifer Penis).  Erektionen sind also nicht immer Ausdruck von sexueller Lust. Sie können auch durch Anspannungen im Beckenbereich und durch den erhöhten Testosteronspiegel entstehen. Tipp: Bewege erst dein Becken, dann atme ein und spanne die Muskeln von Po und Becken stark an und entspanne sie vollständig wenn du ausatmest. Lasse sie beim nächsten Einatmen entspannt und atme so, dass du den Atem bis hinunter ins Becken spürst. Eventuell musst du dazu den Bauch leicht eingezogen halten. Diese Übung hilft dir auch bei der Selbstbefriedigung oder beim Sex mit einer Partnerin oder einem Partner, um die Lust und den Drang zu ejakulieren (Samenerguss) etwas abklingen zu lassen.
- Körperbau: Das Skelettwachstum ist mit etwa 19 Jahren abgeschlossen. Dein Körperbau ist von Geburt her genetisch festgelegt. Grundsätzlich weitet sich bei Jungs der Brustkorb mehr als das Becken. Wie stark dies der Fall ist, kannst du nicht beeinflussen. Aber du kannst durch genügend Bewegung und gute Ernährung deine Kondition beeinflussen. (Siehe dazu «Ernährung» und «Bewegung».)

Weitere Informationen zum Thema findest du:
- auf unserer Seite unter «Sexualität»,
- auf der Seite von lilli: www.lilli.ch.

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