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Phasen des Liebeskummers

Dieser Liebeskummer verläuft - ähnlich wie das Trauern - nach einem bestimmten Muster. Oft werden vier Phasen beschrieben. Alle Phasen sind wichtig, um den Trauerprozess abschliessen zu können. Wie lange die einzelnen Phasen dauern, ist von Mensch zu Mensch verschieden.

Leere: Am Anfang steht der Schock, der sich auch anfühlen kann wie eine Lähmung. Es scheint nicht glaubhaft, dass alles aus ist. In dieser Zeit kann es hilfreich sein, den Alltag genauso weiter zu führen wie bisher. Routine und Gewohnheiten helfen.

Verzweiflung: Mehr und mehr kommt ins Bewusstsein, wie gross der Verlust und die Verletzung ist. Loslassen und weinen können erleichtern. Jetzt ist Trost angebracht. Und nur zuhören und reden lassen, Vorschläge und Ablenkung haben noch keinen Wert.

Diese Zeit birgt die Gefahr von Kurzschlusshandlungen: Alkohol und andere Suchtmittel scheinen ein leichter Ausweg, helfen aber höchstens kurzfristig. Es gibt immer eine andere, bessere Lösung als sich selber zu schaden. Weder sich selbst verletzen noch sich aus dem Leben stehlen wollen ist der geeignete Ausweg aus einer Krise. Es gibt andere Unterstützungen, welche in dieser Zeit akzeptiert werden können. Sprich mit Freunden und Vertrauten, oder suche das Gespräch mit Fachpersonen wie einer Psychologin oder einem Hausarzt. Sich verwöhnen lassen und sich selber eine Freude gönnen hilft und tröstet sehr. Um wirklich begreifen und akzeptieren zu können kann auch noch einmal ein Gespräch mit dem früheren Partner helfen. Du hast ein Recht darauf, eine Erklärung zu bekommen, die du verstehst.

Abschiedsrituale wie z.B. einen Brief schreiben, in dem noch einmal alles gesagt wird, was noch zu sagen ist und diesen Brief dann je nach Wunsch verbrennen oder in kleine Fetzen reissen und vergraben oder dem Wasser mitgeben kann den Schmerz lindern.

Wut: In dieser Phase erwachen die Lebensgeister wieder. Es kann ins Bewusstsein kommen, dass auch in der gemeinsamen Zeit nicht alles so ideal war, wie angenommen. Wut auf verschiedenes kann sich bemerkbar machen: auf die frühere Partnerin oder den Partner und darauf, dass ich verlassen wurde , die Trennung scheint ungerecht, die gemeinsame Zeit verlorene Zeit. Rachegedanken tauchen auf. Aber zu einer wirklichen Trennung gehört die völlige Lösung. Wut, Rache und andere sowohl reale wie gedankliche negativ Beschäftigung mit dem früheren Partner über längere Zeit führt eine Bindung auf negative Weise weiter. Auch in dieser Phase kann ein Ritual die blockierten Gefühle auflösen helfen: Du kannst anstatt den früheren Partner ein Kissen boxen, Sport treiben, in einem Gedicht, einem Lied einem Bild deine Wut ausdrücken oder wieder einen Brief schreiben und diesen dann verbrennen.

Neuorientierung: Jetzt lösen sich die Gedanken an die alte Liebe langsam. Der Alltag gewinnt wieder an Wichtigkeit. Die Schule, der Beruf, Freunde und Familie sind wieder als Teile des Alltags spürbar und langsam fühlt sich das Leben wieder lebendig an. Auch neue mögliche Freunde oder eine neue Partnerin kann das Interesse wecken. Allerdings kann es auch jetzt noch einige Zeit dauern, bis die Wunden verheilt sind und das Herz bereit ist, sich auf eine neue Beziehung einzulassen.

Sich die eigene Zeit lassen: Dieser Trauerprozess kann ganz unterschiedlich lange dauern, beim einen öffnet sich das Leben für etwas Neues schon nach wenigen Tagen oder Wochen, bei jemand anderem, vor allem nach einer längeren tiefen Beziehung, kann er auch viel länger dauern. Auch wenn Freunde oder Kolleginnen nicht mehr zuhören mögen und die Eltern langsam ungeduldig werden mit der trauernden Stimmung, es ist wichtig, sich die Zeit für die Verarbeitung einer Trennung zu nehmen. Das eröffnet die Chance, nachher wirklich frei zu sein für eine neue Phase im Leben und eventuell auch für eine neue Liebesbeziehung.

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