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Selbstverletzendes Verhalten

Selbstverletzendes Verhalten (SVV)

Ausdruck von Verzweiflung: Von Selbstverletzendem Verhalten (SVV) spricht man, wenn jemand sich selbst körperliche Schmerzen zufügt. Dies kann eine ganze Reihe von Verhaltensweisen sein, bei denen sich betroffene Menschen auf unterschiedliche Art Wunden zufügen. Einige bereiten sich Schnittwunden an Armen oder Beinen zu. Aber auch andere Körperteile werden verletzt. SVV ist oft Ausdruck für andere Probleme, innere Verletzungen und einen inneren Druck, Trauer, Wut, Verzweiflung, eine Krise. Betroffene Menschen verstecken oft jahrelang ihre äusseren wie auch die inneren Wunden und leiden dabei sehr.

Nicht mehr unter Kontrolle: je länger sich jemand selbst verletzt, umso schlimmer werden die Verletzungen, die sich jemand zufügt. Bei lange andauernder Selbstverletzung muss in der Regel psychologische Hilfe in Anspruch genommen werden, da Betroffene ihr Verhalten nicht mehr selbst unter Kontrolle haben.

Umgang mit Betroffenen: Oft schaffen es Betroffene das SVV jahrelang geheim zu halten. Gegen aussen geben sie sich oft als fröhliche unbeschwerte Menschen. Die sichtbaren Zeichen wie Schnitte, Wunden, Narben werden durch entsprechende Kleidung versteckt (lange Ärmel, Pulswärmer und so weiter). Wichtig im Umgang mit Betroffenen ist:
- Das SVV nicht ignorieren, sondern Gesprächsbereitschaft signalisieren.
- SVV als Krankheit ernst nehmen, nicht als Spinnerei abtun.
- Die Person mit SVV nicht unter Druck setzen, keine Schulgefühle wegen SVV machen.
- Gemeinsam Gedanken zum Tagesablauf machen, leere Zeiten lässt die Gedanken immer wieder um SVV kreisen, zum Beispiel Hobby finden.
- SVV nicht dramatisieren, aber auch nicht als Kleinigkeit abtun.
- Zu verstehen geben, dass es nicht egal ist, was mit der Person passiert, dass wir uns für sie interessieren.
- Hinweise auf professionelle Hilfsangebote machen.

Unterstützung für Betroffene und Angehörige: Unterstützung erhalten sowohl direkt Betroffene wie auch Angehörige bei lokalen Jugendberatungsstellen, beim Kinder- und Jugendpsychologischen Dienst oder beim Hausarzt.

Akute Krise: In einer akkuten Krise kannst du dich auch an Pro Juventute Beratung + Hilfe 147 unter der Telefonnummer 147 oder an eine Notaufnahme der nächsten psychiatrischen Klinik wenden.

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