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Strafprinzipien

Strafen gibt es, seit es Menschen gibt – und fast so lange gibt es auch Diskussionen darüber, welche Strafen, Massnahmen und Konsequenzen auch sinnvoll sind. Du kennst das von Schule und Familie. Die Geschichte der Bestrafungen im Rahmen des Gesetzes ist eine besonders grausige Angelegenheit, vor allem dort, wo sie von politischen Interessen und willkürlicher Macht bestimmt wurde und wird.

Hinter dem Strafen stecken grundsätzlich folgende Gedanken:
- Erstens die Idee, den Menschen zu zeigen, dass es sich nicht lohnt, ein Verbrechen zu begehen. Deshalb wurden Hinrichtungen und Folterstrafen oft auf öffentlichen Plätzen ausgeführt. Alle sollten sehen, wie schlecht es einem geht, der Unrecht tut.
- Zweitens die Idee, dass ein Mensch, der andern Schaden zufügt, eine Gefahr ist, die man beseitigen muss. Wer in einem Kerker steckt, kann niemandem mehr etwas antun.
- Drittens die Idee, dass der straffällige Mensch seine Tat bereuen und sich bessern soll, so dass er nach dem Verbüssen der Strafe wieder in der Gesellschaft leben kann, ohne erneut straffällig zu werden.
- Viertens der Gedanke, dass jemand eine strafbare Tat und die Schuld, die er auf sich geladen hat, ausgleichen soll. Dies ist der Gedanke der Vergeltung.
- Fünftens sollen Strafen das Rechtsbewusstsein stärken und die Gesellschaft befrieden.
 
Die Strafgesetzgebung in der Schweiz ist im Prinzip so beschaffen, dass sie jederzeit nachvollziehbar und nicht willkürlich sein soll. Sie stellt den dritten Punkt in den Vordergrund: Das Ziel jeder Strafe soll sein, die Gesellschaft zu schützen und gleichzeitig den Straffälligen dazu zu bringen, dass er sein Verhalten ändert. Er soll nach einer gewissen Zeit wieder in der Gesellschaft leben können, ohne jemanden zu schädigen. Dazu gibt es in den Anstalten und Kliniken verschiedene Therapieangebote. Wer etwas ganz Schlimmes getan hat und sich nicht bessern will oder kann, wird aber unter Umständen nicht einfach wieder auf freien Fuss gesetzt, sondern verwahrt, das heisst auf unbestimmte Zeit in einer Anstalt – meist einer psychiatrischen Klinik – eingeschlossen.

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