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Unerwünschte Schwangerschaft

Bei einer unerwünschten Schwangerschaft kannst du dir beim Vater des Kindes, bei einer Freundin, deinen Eltern, deinem Frauenarzt bzw. deiner Frauenärztin oder einer anderen Vertrauensperson Beratung, Unterstützung und Zuwendung holen. Du kannst dich aber auch an eine Familienplanungsstelle oder eine Hebamme wenden. Dort wird man dich beraten und dich, bis du eine eigenständige Entscheidung gefällt hast, begleiten. Wenn ihr wollt, könnt ihr auch als Eltern dorthin gehen, denn der Vater des Kindes ist zum Gespräch ebenfalls willkommen. Es kann aber auch sein, dass du das alles ohne Wissen anderer tun willst. Du hast das Recht darauf, dass niemand etwas über deine Situation erfährt. ÄrtztInnen und BeraterInnen unterstehen der Schweigepflicht, sie dürfen ohne deine Erlaubnis keine Informationen an Dritte (Eltern, Lehrer, Freund etc.) weitergeben.

Der Entscheid zu einem allfälligen Schwangerschaftsabbruch muss in den ersten zwei bis spätestens drei Schwangerschaftsmonaten gefällt werden, denn gesetzlich legal ist dieser, vom ersten Tag der letzten Periode an gerechnet, nur in den ersten 12 Wochen möglich. Ein Schwangerschaftsabbruch ist dann noch legal möglich, wenn er nach ärztlichem Urteil notwendig ist, um von der Frau die Gefahr einer schwerwiegenden körperlichen Schädigung oder einer schweren seelischen Notlage abzuwenden. Dies ist auch ohne das Wissen und die Einwilligung der Eltern möglich. Der Abbruch muss aber von einem Arzt durchgeführt werden. Medizinisches Fachpersonal steht unter Schweigepflicht, auf deinen ausdrücklichen Wunsch hin werden also keine Informationen an Dritte gelangen. Wende dich direkt an eine Ärztin oder einen Arzt, den bzw. die du schon kennst, oder aber an eine Poliklinik bzw. das Ambulatorium einer Frauenklinik. Adressen findest du im Telefonbuch oder über Familienplanungsstellen. Wenn du bereits einen Frauenarzt bzw. eine Frauenärztin hast, setz dich mit ihm bzw. ihr in Verbindung.

Die Ärztin oder der Arzt, an den du dich wendest, ist zu einem eingehenden Gespräch mit dir verpflichtet. In diesem Gespräch muss er dich auch umfassend über die verschiedenen Möglichkeiten, die dir zur Verfügung stehen, informieren. Zudem erhältst du ein Informationsblatt. Wenn du dich nach dem Gespräch für einen Abbruch entscheidest, musst du ein Gesuchsformular unterschreiben und der Arzt, mit dem du gesprochen hast, wird den Eingriff zu einem gemeinsam vereinbarten Zeitpunkt durchführen. Ein Schwangerschaftsabbruch hat in der Regel keine Auswirkung auf die Fruchtbarkeit oder die Möglichkeit, später doch noch Kinder zu kriegen.

Der Abbruch wird, meist ambulant, in einer Klinik oder in einer Arztpraxis durchgeführt. Wenn vom ersten Tag der letzten Menstruation an weniger als 49 Tage vergangen sind, kannst du bei einem Schwangerschaftsabbruch wählen zwischen der medikamentösen (Myfegine RU486, auch Abtreibungspille genannt) und der chirurgischen Methode. Nach dieser Frist kommt nur noch ein chirurgischer Eingriff in Frage. Das Risiko einer Komplikation ist gering. Die Kosten für einen Schwangerschaftsabbruch werden, abgesehen vom gesetzlich vorgeschriebenen Selbstbehalt, von den Krankenkassen übernommen.

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