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Verbindung zwischen zwei Cliquen schaffen

Frage: In meiner Klasse gibt es zwei Gruppen. Die einen finden sich cool. Die rauchen auch, fahren Töffli, sind frech zu den Lehrern und haben auch schon geklaut. Die andere Gruppe ist irgendwie weniger cool, halt brav und anständig. Sie nehmen auch die Schule und das Leben viel ernster. Ich (15, weiblich) gehöre zur coolen Gruppe, finde es aber doof, dass wir fast nie mit der anderen Gruppe sprechen. Ich fühle mich irgendwie nicht gut dabei. Es ist doch doof, wenn die einen auf die andern herunterblicken. Was würdest du an meiner Stelle tun?

Antwort: Du sagst, du gehörst zur coolen Gruppe. Bestimmt hast du gemerkt, dass dies für dich auch Vorteile bringt. Du gehörst zu einer Gruppe und wirst da von allen akzeptiert, du erlebst viel Spass und wirst von anderen vielleicht sogar ein wenig beneidet. Gleichzeitig ist dir aber auch bewusst, dass du manchmal Dinge tust, die du eigentlich nicht tun möchtest, zum Beispiel auf die Anderen, weniger Coolen herunter zu blicken. Und zwar bloss, weil das alle in der Gruppe tun. Du möchtest jetzt eigentlich etwas an der Situation ändern, dir ist nicht mehr so ganz wohl dabei, das Verhalten in der Gruppe weiterhin mit zu machen. Ich verstehe aber, dass dies nicht ganz einfach ist. Vielleicht fürchtest du, dass die Coolen dein Verhalten dann doof finden und dich dann auch ablehnen. Wie also könntest du mehr von deiner eigenen Haltung leben, ohne von deiner Gruppe abgelehnt zu werden?

Du fragst, was ich in der Situation tun würde. Das Gleiche wie du. Ich würde mich fragen, was mir zusagt, was mir widerstrebt, wie ich mich so verhalten kann, dass es mir rundum wohl ist mit mir, dass ich zu dem wie ich mich verhalten und mit wem ich zusamme bin stehen kann und ich würde verschiedenes ausprobieren, die andern auch zum Nachdenken an zu regen. Aber zum Glück bist Du ja schon auf dem Weg, machst dir Gedanken, spürst deine Gefühle sehr genau, da kannst du weiter machen, deine Eigenständigkeit weiter entwickeln. Vielleicht findest du dafür Gesprächspartner, in der einen und/oder in der anderen Gruppe. Vielleicht gibt es auch noch andere SchülerInnen, welche weder in der einen noch in der anderen Gruppe sind. Vielleicht könnte in einer Klassenstunde auch einmal eine Diskussion in dieser Richtung angeregt werden?

Toll, dass es Menschen wie dich gibt, die den Mut aufbringen, ihren eigenen Weg zu finden und damit auch für andere zum Vorbild werden können. Wenn du weitere Unterstützung brauchst,so  melde dich wieder. Dein 147.

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