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Verlauf und Bewältigung

Phasen einer Krise: Was auch immer zu Krisen führt, die Erfahrung zeigt, dass es Lösungswege gibt. Krisen sind schmerzhaft, können aber auch neue Wege auftun. Manchmal versteht man sich in Krisen selber nicht mehr ganz. Meist folgen Krisen einem bestimmten Muster. Manchmal nimmt man nur die eine oder andere Phase wahr. Hält die Krise an oder ist sie durch sexuellen Missbrauch oder andere Gewalt verursacht, ist es sinnvoll, Hilfe zu beanspruchen um nicht irgendwo stecken zu bleiben.

- Eine Krise kann sich schleichend entwickeln oder plötzlich eintreten. Meist nimmt man als Erstes war, dass einem die Lebensfreude abhanden gekommen ist, man in Vielem keinen Sinn mehr sieht, sich leer und wie betäubt fühlt. Alles kommt einem irgendwie unwirklich vor. Insbesondere bei traumatischen Erlebnissen kann dieser Zustand lange anhalten. Gefühle der Ohnmacht, Wut und Trauer bei traumatischen Erlebnissen können so heftig sein, dass unser eigenes psychisches System uns erst einmal davor schützt und Gefühlswahrnehmungen abstellt. Manche Menschen stellen die Gefühle auch mit Hilfe von Suchtmitteln ab.

- Meist braucht man einen geschützten Rahmen, den man kontrollieren kann, um die Gefühle wieder wahrnehmen zu können. Ein geschützter Rahmen kann sein: alleine für sich oder mit einem Menschen, dem man vertraut (Eltern, Freunde oder eine ausgebildete Person). Die Gefühle können plötzlich und heftig oder auch langsam und in Wellen wieder kommen. Meist sind Ohnmacht, Vorwürfe gegen sich, andere oder das Leben, sowie Trauer und/oder Wut vorhanden. Sowohl Trauer wie auch Wut kann sich gegen alles und jeden richten – auch gegen sich selber (siehe auch „Selbstverletzendes Verhalten“). Wenn man merkt, dass dies über Tage und Wochen der Fall ist, kann die Hilfe einer ausgebildeten Person sinnvoll sein, um diese Phase gut zu überstehen.

- Wenn Wut und Trauer durchgestanden sind, kann man mit der Zeit anfangen, die Situation zu akzeptieren – sich mit dem Leben wieder anzufreunden. Möglichkeiten, die man vorher gar nicht erkennen konnte, tun sich auf und Erleichterung und neuer Lebensmut findet sich ein.

- Wenn du eine Krise überwunden hast, wirst du merken, dass du ein anderer Mensch geworden bist. Du bist um eine Erfahrung reicher, hast bisher unbekannte Gefühle erlebt und gelernt, gewisse Dinge anders zu betrachten. Vielleicht hast du deine Lebenssituation verändert, bist etwas losgeworden, was dich gestört hat, oder hast einen Schritt gewagt, der schon längst fällig gewesen wäre. Auch wenn Krisen weh tun, sie bringen Veränderung mit sich und damit die Chance, das Leben besser kennenzulernen und reifer zu werden.

Bewältigung: Viele Krisen kannst du aus eigenen Kräften und mit Hilfe von dir vertrauten Menschen überwinden. Wichtig für die Bewältigung ist, dass du nicht aufhörst, mit Menschen, die du magst, über deine Situation, über deine Ängste, deine Trauer und deine Wut zu sprechen. Wenn du dich abkapselst und in deine eigene Welt zurückziehst, wird es immer schwieriger, mit dem Leben zurechtzukommen. Wenn du sexuellem Missbrauch ausgesetzt bist oder warst oder Opfer einer andern Gewalttat wurdest, empfehlen wir dir, dich an eine Opferberatung oder eine andere spezialisierte Stelle zu wenden. Du findest Adressen auf unserer Website unter „Weitere Beratungsstellen“. Siehe auch: „Sexueller Uebergriff“.

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