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Was geschieht innerhalb eines Zyklus im Körper?

Heranreifen der Eizellen: Ein Mädchen kommt mit etwa 400’000 unreifen Eizellen auf die Welt, verteilt auf beide Eierstöcke. Ihre Aktivität nehmen die Eierstöcke zu Beginn der Pubertät auf. Jeweils am Anfang eines Zyklus, werden vom Zwischenhirn und der Hirnanhangsdrüse Hormone zu den Eierstöcken geschickt, die veranlassen, dass einige  Eibläschen heranreifen.

Aufbau der Gebärmutterschleimhaut: Durch das Heranreifen dieser Eibläschen wird das Hormon Östrogen gebildet, welches bewirkt, dass sich in der Gebärmutter eine Schleimhaut aufbaut, in welche sich eine befruchtete Eizelle einnisten könnte. Das Östrogen ist ebenfalls verantwortlich dafür, dass in speziellen Drüsen im Gebärmutterhals Schleim produziert wird. Dieser Schleim, verändert das sonst saure Klima in der Scheide und ermöglicht, dass sich die Samenzellen darin fortbewegen und ernähren können. Damit die Samenzellen überhaupt in die Gebärmutter gelangen können, öffnet sich auch der Muttermund ein wenig.

Eisprung: Sobald eines der Eibläschen im Eierstock reif ist, sendet das Gehirn ein weiteres Hormon zum Eierstock, welches den Eisprung auslöst. Das reife Ei verlässt den Eierstock und wird vom Eileitertrichter aufgefangen. Der Eisprung findet bei allen Frauen ziemlich genau 14 Tage vor der nächsten Menstruation statt. Die verbliebenen Eibläschen, auch Gelbkörper genannt, produzieren nun das Hormon Progesteron. Dieses sorgt im Körper der Frau für einen Temperaturanstieg und führt zu einer Verdichtung der Gebärmutterschleimhaut. Gleichzeitig wird in den Gebärmutterhalsdrüsen die Produktion des Schleims gestoppt und der Muttermund verschliesst sich wieder.

A) Keine Befruchtung der Eizelle: Wenn das Ei auf seiner Wanderung durch den Eileiter nicht befruchtet wird, stirbt es nach 12 bis 24 Stunden ab. In der Gebärmutter beginnt sich die Schleimhaut abzulösen. Weil die aufgebaute Schleimhaut durch viele feinste Blutgefässe mit der Gebärmutter verbunden ist, führt der Ablösungsprozess zu einer Blutung. Innerhalb von drei bis sechs Tagen wird diese Mischung aus Blut, Schleim und Schleimhaut ausgeschieden. Dieser Vorgang wird Menstruation, Regelblutung, Periode oder Tage genannt.

B) Befruchtung der Eizelle: Trifft das Ei auf seiner Reise durch den Eileiter auf fruchtbare Samenzellen, wird es befruchtet. Eine Samenzelle dringt dabei in die Eizelle ein. Sobald dies geschehen ist, verschliesst  sich die Eizelle und lässt keine weitere Samenzelle mehr herein. Bereits wenige Stunden nach der Befruchtung teilt sich die befruchtete Eizelle und der Wachstumsprozess beginnt. Muskelbewegungen und Flimmerhäärchen im Eileiter treiben die befruchtete Eizelle in Richtung Gebärmutter. Diese Wanderung dauert vier bis fünf Tage. Dabei teilt sich die Eizelle immer wieder bis sie aus etwa 32 Zellen besteht. Etwa zu diesem Zeitpunkt erreicht sie die Gebärmutter, wo sie sich einnistet. Das heisst, sie macht sich an der Gebärmutterschleimhaut fest.

Einnistungsblutung: Der Vorgang des Einnistens kann zu einer so genannten Einnistungsblutung führen: aus der kleinen Verletzung, die beim Andocken der befruchteten Eiszelle an die Gebärmutterschleimhaut entsteht, tritt Blut aus. Manchmal ist dies so viel, dass die Blutung von der betroffenen Frau bemerkt wird. Wegen dieser Blutung geistert in den Köpfen mancher Frauen die Idee herum, dass trotz Menstruationsblutung eine Schwangerschaft vorhanden sein könnte. Das stimmt aber so nicht. Eine Einnistungsblutung ist in der Regel nicht so stark wie eine gewohnte Monatsblutung und tritt meist auch vor dem eigentlichen Menstruationstermin auf. Daher kann sie auch gut davon unterschieden werden. In sehr seltenen Fällen dauert eine Einnistungsblutung länger oder ist ziemlich intensiv, so dass eine Verwechslung stattfinden könnte.

Schwangerschaftstest: Hier kann ein Schwangerschaftstest Klarheit bringen. Sobald die Einnistung erfolgt ist und der Embryo (so nennt man den werdenden Menschen in diesem frühen Stadium), mit der Gebärmutterschleimhaut verbunden ist, gelangt Humanes Chorion Gonadotropin (HCG, auch Schwangerschaftshormon genannt) ins Blut. Dieses Hormon verhindert, dass die Gebärmutterschleimhaut abgebaut wird und stellt dadurch die Grundlage für Ernährung und Entwicklung des Embryos sicher. Dieses Hormon kann in einem Schwangerschaftstest etwa 14 Tage nach dem Eisprung nachgewiesen werden, also zu dem Zeitpunkt, an dem die Menstruation ungefähr eintreten sollte, wenn keine Befruchtung stattgefunden hat. Falls bei dir also einmal die die Menstruation ausbleibt und du vorher Geschlechtsverkehr hattest, der zu einer Schwangerschaft hätte führen können, kannst du zu diesem Zeitpunkt einen Schwangerschaftstest durchführen. Weitere Infos zu Verhütung, Schwangerschaft und Schwangerschaftsabbruch findest du in unseren Texten zum Thema „Schwangerschaft“ [Sexualität / Lust, Körper und Gefühle / Schwangerschaft] und „Verhütung“ [Sexualität / Verhütung].

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