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Wegen Arbeit des Vaters Umzug in den Iran

Frage: Meine Eltern wollen in den Iran ziehen. Aber ich will nicht dorthin! Mein vater wurde von der arbeit dort eingeteilt. Aber ich will kein kopftuch tragen und so. Ich bin wirklich nicht rassistisch, aber ich will nicht so weit wegziehen wo ich keine freunde habe und nichts verstehe. Ausserdem will ich hier bei meinen freunden bleiben und hier weiterhin zur schule gehen. Was kann ich tun? Bitte helft mir!!!

Antwort: Ich kann verstehen, dass du hier bei deinen Freunden bleiben möchtest und nicht erfreut bist über die Idee deiner Eltern, in den Iran zu ziehen. Lebenswege sind oft mit geprägt von Dingen, die man nicht unbedingt wollte -  die man aber nachträglich oft als bereichernde Wendung erkennt. Ich hoffe, dass es dir mit eurem Umzug so ergehen wird. Denn es ist so, dass deine Eltern bis zu deiner Volljährigkeit (18J) bestimmen können, wo ihr wohnt. Wahrscheinlich kannst du die Gründe dafür nachvollziehen, obwohl sie dir höchst ungelegen kommen.

Nun bricht für deine ganze Familie eine Zeit an, in der ihr euch auf Neues vorbereitet. Dazu kann auch gehören, dass man deutlich merkt, was man nicht verlieren möchte. So kannst du mit deinen FreundInnen besprechen, wie ihr Kontakt halten könntet (Facebook, Skype etc.), ob es Gelegenheiten gibt wo dich jemand besuchen kann, wie oft ihr in die Schweiz kommt und vieles mehr.

Gleichzeitig tauchen wohl Ängste auf vor dem Neuen, das da kommt. Da ist es hilfreich, wenn du dich kundig machst, wo genau ihr hinzieht, wie ihr wohnen werdet, in welche Schule du gehst und wenn du dich mit Hilfe des Internets kundig machst, wie es dort kulturell aussieht, welche Freizeitmöglichkeiten du hast und ähnliches. Falls ihr in einem rein westlich geprägten Ausländerquartier wohnt, wirst du dir sogar überlegen müssen, wie du überhaupt mit iranischer Kultur in Berührung kommen kannst.

Oft ist es gut, sich für die erste Zeit etwas vor zu nehmen, was unabhängig von Kontakten umsetzbar ist. Zum Beispiel: Ich nutze die Gelegenheit, .... Englisch/Arabisch zu lernen, ...Klavier zu spielen, ...einen Sport zu trainieren. Zudem ist hilfreich, wenn du iranische Literatur liest, Filme schaust, Musik hörst. Denn die Kultur und die Menschen in Iran sind so vielfältig wie die Menschen und die Kultur in der Schweiz. So wie es bei uns nicht nur Banken und Schokolade gibt, gibt es in Iran nicht nur Kopftücher und Mullahs.

Ich wünsche Dir also den Mut, das was auf dich zukommt zu gestalten und alle erdenklichen Personen um dich zu bitten, dir dabei zu helfen. So kannst du den Kontakt mit einigem was dir wichtig ist halten, und sehr viel Neues dazu gewinnen.

Dein 147.

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