7. JANUAR 2026
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ÄNGSTE & UNSICHERHEITEN
Crans-Montana – Wie du mit dieser Katastrophe umgehen kannst

Betroffen, traurig, wütend? Du bist nicht allein
Am 1. Januar 2026 ereignete sich in einer Bar in Crans-Montana eine schwere Brandkatastrophe. Viele Jugendliche und junge Erwachsene kamen ums Leben oder wurden schwer verletzt. Erfahre, was du tun kannst, wenn dich dieses Ereignis betroffen und sprachlos macht und wie du mit den vielen Bildern und Nachrichten zur Katastrophe umgehen kannst.
Schlimme Ereignisse wie in Crans-Montana können dich erschüttern – auch wenn du nicht direkt davon betroffen bist. Sie können dir Angst machen, dich traurig oder wütend stimmen. Möglicherweise fühlst du dich auch hilflos. Mit diesen Gefühlen bist du nicht allein. Es geht vielen Menschen wie dir. Und egal was du im Moment empfindest: Deine Gefühle sind okay und dürfen Platz haben.
In diesen Texten erhältst du konkrete Tipps, wenn Gefühle dich belasten:
Machst du dir Sorgen um einen Freundin? Erfahre in diesem Text, was du tun kannst, wenn es einer anderen Person schlecht geht: Freund*innen geht es nicht gut – so kannst du helfen.
Was tun, wenn dich die Bilder und Nachrichten nicht loslassen
Kurz nach der Katastrophe verbreiteten sich Bilder und Videos in den Nachrichten und den sozialen Medien. Wahrscheinlich hast auch du entsprechende Inhalte in deinem Feed gesehen. Wenn du die Videos immer wieder siehst, bekommt dein Gehirn das Gefühl: ‘Es passiert gerade wieder’ – darum werden Angst und Bilder oft stärker statt schwächer.
Das alles kann sehr belastend sein. Vielleicht merkst du:
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dass du immer wieder an das Ereignis denken musst
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dass dir Bilder nicht mehr aus dem Kopf gehen
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dass du schlechter schläfst oder dich ständig angespannt fühlst
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dass dich Kommentare in sozialen Netzwerken wütend oder traurig machen
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dass du körperliche Symptome hast (Enge in der Brust, Bauchweh, Zittern)
All diese Reaktionen sind normal. Dein Gehirn versucht, etwas zu verarbeiten, das eigentlich nicht begreifbar ist. Manchmal fühlt es sich überwältigend an – und trotzdem können solche Gefühle mit der Zeit wieder ruhiger werden.
Das kannst du für dich tun
Konsumiere Nachrichten bewusst
Du musst nicht alles sehen. Erlaube dir Pausen von Social Media, Videos und News. Weniger Input – insbesondere auch vor dem Schlafengehen – kann helfen, wieder etwas Ruhe zu finden.
Sprich darüber
Rede mit jemandem, dem du vertraust: deinen Eltern, einer Freundin, einem Freund, einer Bezugsperson oder einer Lehrperson. Geteilte Gedanken werden oft leichter. 147 ist per Telefon, WhatsApp oder E-Mail jederzeit für dich da, kostenlos und vertraulich. Wenn du nicht weisst, wie du das Gespräch anfangen kannst, kannst du zum Beispiel einfach sagen, dass du etwas gesehen hast, das dich nicht loslässt.
Sei achtsam in den sozialen Medien
Wenn du Kommentare liest, die dich oder Grenzen verletzen, darfst du wegscrollen oder sie melden. Wenn du willst, kannst du bestärkende Kommentare liken oder selbst hinterlassen und damit zeigen: Wir stehen zusammen. Manchmal gibt es falsche Informationen, die zum Teil mit künstlicher Intelligenz hergestellt werden. Achte auf die Quellen, ob sie vertrauenswürdig sind, wie zum Beispiel anerkannte Medien oder die offiziellen Kanäle von Behörden.
Werde aktiv: Auch kleine Gesten zählen
Möglicherweise fühlst du dich hilflos, weil du nichts direkt für die Betroffenen tun kannst. Wenn es dir hilft, kannst du in Gedenken an die Opfer eine Kerze anzünden, ein Bild malen oder deine Gedanken aufschreiben. Mitgefühl, Solidarität und Rücksicht sind wichtige Gesten. Du kannst auch mit einem Eintrag ins Kondolenzbuch zeigen, dass du an die Betroffenen denkst. Hier geht es zum Kondolenzbuch.
Tu dir Gutes
Viele Menschen haben ein schlechtes Gewissen, wenn sie Spass haben und lachen, während andere leiden. Es ist jedoch in Ordnung und wichtig, die Ereignisse eine Zeitlang zu vergessen. Überlege dir, was dir im Moment guttut, dich beruhigt oder ablenkt – zum Beispiel rausgehen, Musik hören, Sport, kochen, zocken oder dich mit jemandem treffen.