24. JUNI 2026
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ÄNGSTE & UNSICHERHEITEN
Keine Angst vor der Angst

Du bist nicht allein mit deinem Gefühl 👐
Viele Jugendliche melden sich bei 147 mit Anliegen rund um Ängste. Die Beratungen zu diesem Thema haben in den letzten Jahren massiv zugenommen. Auch die verschiedenen globalen Krisen (Klimawandel, Kriege, usw.) führen bei vielen Menschen zunehmend zu Unsicherheit und Angst. Du bist also nicht allein mit deinem Gefühl.
Vielleicht hast du wie viele junge Menschen Angst vor Prüfungen. Oder du leidest unter Leistungsdruck und befürchtest, dass du Erwartungen nicht erfüllst und in der Schule oder Lehre versagst. Auch soziale Ängste sind weit verbreitet: Angst davor, ausgelacht zu werden und nicht dazuzugehören. In Beziehungen und Freundschaften können Verlustängste ein grosses Thema sein. Auch Zukunftsängste sind bei Jugendlichen häufig und ein Stück weit ganz normal.
Du bist deiner Angst nicht hilflos ausgeliefert, auch wenn es sich vielleicht manchmal so anfühlt. Wichtig ist, dass du deine Gefühle ernst nimmst und versuchst zu verstehen, was dahinter steckt. Wenn du dich deinen Ängsten Schritt für Schritt stellst und lernst, damit umzugehen, verlieren sie an Macht.
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Von der normalen Angst zur Angststörung 🌀
Das Gefühl der Angst kann sich durch unterschiedliche Symptome zeigen: Dein Herz schlägt schneller, du fühlst dich unruhig, bist angespannt oder hast ein mulmiges Gefühl im Bauch. Das sind normale Reaktionen des Körpers auf eine stressige Situation. Heftige Angst oder Panik, etwa vor Prüfungen, kann sogar zu Schweissausbrüchen und Durchfall führen. Wenn die stressige Situation vorbei ist, verschwinden auch die Symptome wieder – jedenfalls bei der «normalen» Angst. Wir fühlen uns dann meist erleichtert und befreit.
Manchmal bleibt die Angst jedoch, obwohl es keinen konkreten Grund oder direkten Auslöser mehr gibt. Wenn dich immer wieder starke Angstgefühle überfluten oder du dich dauerhaft in einem Zustand der Anspannung befindest, kann es sich um eine Angststörung handeln. Diese zeigt sich in körperlichen Symptomen wie Herzrasen, schnellem Puls, flacher Atmung, Engegefühl in der Brust, Schwitzen oder weichen Knien. Hinzu kommen Gefühle der Überforderung und des Kontrollverlusts. Auch ständiges Grübeln und Katastrophengedanken sind typisch.
Eine Angststörung kann zur Dauerbelastung im Alltag werden. Wenn das der Fall ist und du gewisse Situationen zum Beispiel wegen der Angst gänzlich meidest und dich immer mehr zurückziehst, solltest du dir Hilfe von aussen oder fachliche Unterstützung holen.
🔗 Dieses Video veranschaulicht den Unterschied zwischen normaler Angst und einer Angststörung: Ängste und Zwänge – einfach erklärt (Quelle: Pro Mente Sana)
Drei Beispiele für Angststörungen
Es gibt verschiedene Angststörungen. Die folgenden drei Beispiele sind nur eine Auswahl. Vielleicht findest du dich in der einen oder anderen Beschreibung wieder. Es ist wichtig, sich selbst gut zu kennen, doch nur eine Fachperson kann eine Diagnose stellen.
Phobien
Eine Phobie ist eine starke Furcht vor bestimmten Situationen, Dingen oder Lebewesen, die objektiv gesehen ungefährlich sind oder nur eine geringe Gefahr darstellen. Typische Beispiele sind Höhenangst, die Angst vor Spinnen, vor engen Räumen oder vor Menschenmassen. Die Betroffenen wissen meistens, dass ihre Angst übertrieben oder unbegründet ist. Trotzdem können sie sie nicht kontrollieren oder abschalten.
Es gibt auch soziale Phobien. Eine soziale Phobie ist die Angst vor Situationen, in denen man von anderen Menschen beobachtet und bewertet werden könnte. Die Betroffenen haben oft grosse Angst davor, etwas Falsches zu sagen, sich zu blamieren oder negativ aufzufallen. Einen Vortrag zu halten oder eine fremde Person anzusprechen, kann Panik auslösen. Soziale und andere Phobien sind gut behandelbar, zum Beispiel mit einer Verhaltenstherapie.
Zwangsstörungen
Von einer Zwangsstörung betroffen sind Menschen, die zum Beispiel immer wieder prüfen, ob die Herdplatte ausgeschaltet ist, sich dauernd die Hände waschen oder ständig aufräumen müssen. Ihre Gedanken und Handlungen diesbezüglich nehmen viel Lebenszeit ein: der Leidensdruck ist enorm hoch. Auch Zwangsstörungen sind gut behandelbar.
Panikattacken
Panikattacken sind seelisch und körperlich überwältigende Angstzustände. Oft ist kein Auslöser erkennbar. Trotzdem scheint die Angst unüberwindbar. Panikstörungen können den Alltag stark einschränken: So wird es für die Betroffenen etwa unmöglich, soziale Kontakte zu pflegen, im ÖV zu fahren oder einen Beruf auszuüben.
Tipps und Hilfe für dich 📝
Wenn du oft Angst hast:
- Sprich mit jemandem über deine Ängste. Wenn du dich vertrauensvoll an eine*n Freund*in oder eine erwachsene Person wendest (Eltern, Lehrperson), verliert die Angst oft ihre Schwere und Bedrohlichkeit.
- Notiere deine Sorgen und schreibe auf, wovor du Angst hast. Wahrscheinlich fühlst du dich danach bereits erleichtert. Vielleicht erkennst du auch, dass deine Befürchtungen unbegründet sind und du etwas dagegen tun kannst.
- Vielleicht hast du das Gefühl, zu ängstlich und zu schwach zu sein für die Welt. Bestimmt gibt es aber auch viele Momente, in denen du dich stark und mutig fühlst. Mache dir diese Situationen bewusst und schreibe sie auf.
- Häufiges Konsumieren von negativen Nachrichten kann Angstgefühle verstärken. Grenze dich ab, bevor es zu viel wird. Befasse dich bewusst auch mit positiven Inhalten.
Die Angst überwinden:
- Bewegung: Versuche, dich mit Bewegung an der frischen Luft abzulenken. Schnelles Gehen oder Spazieren bringt dich aus dem Kopf in den Körper. Schüttle deine Angst hinaus, tanze zu Musik oder nimm dich in den Arm und wiege dich hin und her.
- Entspannung: Finde heraus, welche Entspannungs- und Atemübungen dir guttun, etwa die 4-7-8- oder die 5-4-3-2-1-Technik. Trainiere bewusstes Loslassen, indem du alle Muskeln anspannst und wieder loslässt.
- Visualisierung: Stell dir einen schönen Ort vor, in der Fantasie oder in der Realität, zum Beispiel deinen Lieblingsplatz in der Natur. Wie geht es dir an diesem Ort? Spüre dabei gut in deinen Körper hinein. Wenn du das immer wieder übst, kann dieser Ort in Angstmomenten zu einem Anker werden, der dir Halt gibt.
Beratungsstellen, Fachpersonen und Selbsthilfegruppen ❤️🩹
Du musst nicht alles alleine bewältigen. Wenn du überfordert bist und deine Angst dich belastet, kann die Einschätzung einer Fachperson (Psycholog*in) helfen. Du kannst dich auch an eine Beratungsstelle oder Selbsthilfegruppe wenden. Wichtig ist, dass du dir Hilfe holst.