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13. MÄRZ 2023
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PERSÖNLICHE PROBLEME

Was tun, wenn jemand von Selbstmord spricht?

Was tun, wenn jemand von Selbstmord spricht?
Machst du dir Sorgen um eine*n Freund*in? Hast du Angst, dass jemand aus deinem Umfeld sich das Leben nehmen möchte? Erfahre, welche Warnzeichen es für Selbstmordgedanken gibt und was du tun kannst, wenn jemand suizidale Gedanken äussert.

Das Wichtigste in Kürze

  • Hat jemand Suizidgedanken, gibt es oftmals Anzeichen dafür.
  • Machst du dir Sorgen, sprichst du diese am besten direkt an.
  • Du kannst helfen, indem du für deine Freundin oder deinen Freund da bist.
  • Im Notfall ist es wichtig, schnell Hilfe zu holen.

Suizidgedanken erkennen

Es gibt Suizide, die für das Umfeld nicht zu erahnen sind, da sie aus einer plötzlichen Krise heraus passieren. Und es gibt Menschen, die ihre Gefühle gegen aussen stark verbergen. Viele senden jedoch vor einem Suizidversuch Zeichen aus. Wer sie erkennt, kann handeln.

Warnsignale für Suizid

Typische Sätze von Betroffenen sind «Ich wäre besser nie geboren.», «Falls wir uns nochmals sehen...», «Ich wünschte, ich wäre nicht mehr da.», «So kann ich nicht mehr leben.»

Weniger abmachen, Hobbys aufgeben, viel alleine sein

Anrufe oder Messages mit Sätzen wie «Es war schön, dich gekannt zu haben», «Ich wünsche dir ein schönes Leben», Abschiedsbriefe

Gedichte oder Texte schreiben, Bilder malen, Bücher und Webseiten lesen. Musik zum Thema hören

Beschäftigung mit Fragen wie: «Gibt es schmerzlose Selbstmordmethoden?»

Sätze wie «Das wird nie mehr gut.», «Das ändert sich sowieso nicht.», «Da kann man einfach nichts machen.»

Menschen mit Suizidgedanken empfinden sich oft als wert- oder nutzlos. Typische Sätze sind «Ohne mich wärt ihr besser dran.», «Es ist alles meine Schuld.»

zum Beispiel mehr Alkohol trinken oder Drogen nehmen, gefährliche Freizeitaktivitäten machen, ungeschützter Geschlechtsverkehr, unvorsichtiges Fahren

Extreme Stimmungsschwankungen, Veränderung der Persönlichkeit (beispielsweise von brav zu wild oder von offen zu still).

Sich weniger sorgfältig anziehen oder weniger duschen, Haare waschen, schminken. Veränderte Schlafmuster, Müdigkeit, verändertes Essverhalten, Kopf- und Bauchweh

Wenn jemand nach einer Phase von grosser Traurigkeit und Leiden plötzlich ganz ruhig, zufrieden und gelöst wirkt, kann dies ein Zeichen dafür sein, dass sich die Person dafür entschieden hat, sich das Leben zu nehmen.

Nimm Warnzeichen für Suizidgedanken ernst

Nimm es ernst, wenn ein Freund oder eine Freundin sich plötzlich anders verhält. Ob die Person sich tatsächlich das Leben nehmen möchte, erfährst du nur, wenn du das Gespräch suchst und ganz konkret danach fragst.

Siehst du selbst nur noch Probleme und scheint der letzte Ausweg der Suizid zu sein? Lass dir helfen. Du kannst dich jederzeit an unsere Beratung wenden.

Einige der Warnsignale können auch auftauchen, ohne dass jemand daran denkt, sich umzubringen. Wenn du unsicher bist und die betreffende Person nicht direkt ansprechen magst, solltest du mit einer Vertrauensperson darüber reden oder bei einer Beratungsstelle Unterstützung holen. Du kannst dich auch an unsere Beratung wenden. Gemeinsam können wir besprechen, was genau getan werden kann.

Wenn du Angst hast, dass eine Freundin sich etwas antun könnte, dann sprich die Person offen und direkt darauf an. Die allermeisten Menschen mit Selbstmordgedanken möchten eigentlich weiterleben. Sie sehen einfach im Moment nicht, wie das gehen könnte.

  • Du kannst zum Beispiel sagen: «Ich mache mir Sorgen um dich. Ich habe Angst, dass du dir etwas antun willst. Stimmt das?» Es ist ein Angebot, sich auszusprechen und die Person fühlt sich eher ernst genommen, als wenn du um den Brei redest.
  • Verurteile das Vorhaben nicht. Aber beziehe Stellung. Zum Beispiel so: «Ich verstehe, dass du dich verzweifelt fühlst in dieser Situation. Ich möchte aber, dass du am Leben bleibst, denn du bist mir wichtig. Ich möchte dir helfen, dass du wieder Freude am Leben haben kannst.»
  • Ein Gespräch erzwingen kannst du nicht, und es ist nicht in deiner Verantwortung, wenn jemand nicht reden will.
  • Über etwas musst du dir keine Sorgen machen: Man bringt niemanden auf die Idee, sich umzubringen, wenn man mögliche Suizidgedanken anspricht.

Interessiertes Zuhören ist fast immer die erste und wichtigste Hilfe. Du ermöglichst so, dass der betroffene Mensch erste Entlastung findet. Lass deinen Freundin erzählen.

  • Halte dich mit Reden über eigene Erfahrungen zurück, sag stattdessen: «Ich kann gut nachfühlen, was du sagst.» -Stelle keine Sachfragen zu Details, sondern einfach: «Mhm.», und lass Zeit, dass die Person weitersprechen kann. Bewerte nicht, indem du dich aufregst über andere Menschen oder die Situation, bleibe stattdessen ruhig, auch wenn es eine Pause gibt.
  • Dränge nicht gleich dazu, dies oder das zu tun, sondern höre zu und frage allenfalls: «Magst du mir noch etwas mehr erzählen, wie's dir geht?»
  • Tröste oder beschwichtige nicht, drück lieber dein Verständnis aus. Allgemeine Belehrungen, wer was hätte besser machen können, sind nicht hilfreich. Drücke aus, dass du nachfühlen kannst, dass die Person verzweifelt ist.

Da sein bei Selbstmordgedanken

Neben dem Gespräch gibt es noch weitere Dinge, die du tun kannst:

1. Bleib in Kontakt: Sende regelmässig kleine Zeichen, um zu zeigen, dass du an die Person denkst. Frag nach, wie es geht und was sie macht.

2. Zeige, dass die Person dir wichtig ist: Kleine Aufmerksamkeiten oder eine nette Message tun jedem gut. Zeige, dass die Person dir wichtig ist.

3. Mach ab: Ablenkung hilft! Unternehmt etwas zusammen. Das bringt auf andere Gedanken.

4. Nimm es ernst: Klar, manchmal sagt man Sätze wie «Ich bring mich um, wenn ich das neue Game nicht bekomme», ohne dass dahinter wirklich eine Suizidabsicht steht. Wenn jemand aber mehrfach oder in trauriger Stimmung von Selbstmord redet, musst du es ernst nehmen. Es stimmt nicht, dass Menschen, die von Suizid sprechen, sich nichts antun.

5. Sprich deine Sorgen an: Sag, dass du dir grosse Sorgen machst und dass du es wichtig findest, bei einer Fachperson Hilfe zu holen. Geeignete Angebote sind die Schulsozialarbeit, Jugendberatungsstellen oder der Jugendpsychiatrische Dienst. Du kannst auch anbieten, dass ihr gemeinsam bei 147.ch – Beratung und Hilfe anruft.

6. Hol Hilfe: Wenn ein Mensch sich so weit zurückgezogen hat, dass er sich umbringen möchte, kann niemals eine Person alleine helfen. Darum musst du deine Sorgen mit anderen teilen. Hole Unterstützung bei einer erwachsenen Vertrauensperson. Das Leben deiner Freundin oder deines Freundes ist in diesem Moment wichtiger, als ein Geheimnis zu bewahren.

7. Trag dir Sorge: Achte auf deine Grenzen. Jemanden in einer tiefen Krise zu begleiten, ist für die eigene psychische Gesundheit sehr belastend. Sprich regelmässig mit einer Vertrauensperson darüber, wie es dir geht. Du bist nicht verantwortlich dafür, ob sich jemand das Leben nimmt oder nicht. Es ist auch ok, wenn es dir zu viel wird und du etwas Abstand brauchst.

Was tun im Notfall?

1. Hol Hilfe: Wenn jemand konkrete Suizidabsichten äussert oder versucht, sich das Leben zu nehmen, dann ruf sofort 117 (Polizei) oder 144 (Ambulanz) an. Sag genau, was du weisst und wo die Person ist. Bitte Andere um Unterstützung.

2. Bleib vor Ort: Bleibe bei der Person und lass sie nicht allein. Lass deine Verpflichtungen warten.

3. Gewinne Zeit: Versuche, mit der Person zu sprechen und so Zeit zu gewinnen, bis die Notfallhelfer eintreffen.

4. Riskiere niemals dein Leben: Begib dich selbst nicht in Gefahr, weil du die andere Person in Sicherheit bringen willst.

Hast du einen Suizidversuch miterlebt, dann sprich mit dir nahen Menschen darüber. Erzähle, was du erlebt hast und wie es dir geht. Für die Verarbeitung ist es normal und wichtig, mehrmals über das Erlebte zu reden. Hol dir Hilfe, falls das Erlebte dich belastet, zum Beispiel der 147 Beratung.

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